Jüdisches Magazin für Politik und Kultur

WIR BEGRÜSSEN
die Vortragsreihe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des Center for Israel Studies in Wien, die im Oktober 2016 mit einem Vortrag von Nobelpreisträgerin Ada Yonath zum Thema „Gedanken über den Ursprung des Lebens“ begonnen hat. Das Ziel ist, den wissenschaftlichen Austausch zwischen Österreich und Israel zu stärken. In NU 42 findet sich ein Interview, das unser Autor Lukas Wieselberg mit Ada Yonath geführt hat.

WIR BEWUNDERN
das vierzigjährige Schaffen der Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann. Mit einer monografischen Publikation und der ersten Gesamtretrospektive in Österreich erkundet das Österreichische Filmmuseum von 12. Dezember 2016 bis 5. Jänner 2017 das vielseitige Werk der Regisseurin. Gemeinsam ist allen Filmen Beckermanns die Auseinandersetzung mit der Geschichte, mit Österreich, dem Judentum und Fragen nach der persönlichen und kollektiven Identität beziehungsweise deren Brüchen. Ihr jüngster Film Die Geträumten kommt am 16. Dezember österreichweit in die Kinos und ist auf Grundlage des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan entstanden.

UNS INTERESSIERT
das neue Buch des NU-Autors Gabriel Rath Brexitannia. Die Geschichte einer Entfremdung. Warum Großbritannien für den Brexit stimmte. Das Brexit-Votum kam nur scheinbar unerwartet, aber es war in Wirklichkeit kein Zufall. Die EU-Volksabstimmung bot jenen die Gelegenheit, ihren Ärger, ihre Sorgen, ihre Frustrationen und ihre Abneigung zu artikulieren, die sich seit Jahren von der Politik links liegen gelassen sahen. Der EU-Austritt löst kein einziges Problem Großbritanniens, sondern macht die bestehenden Herausforderungen des Landes nur noch akuter und schwieriger. (Braumüller Verlag)

WIR TRAUERN
um Martin Vogel, einst Stellvertreter von Aron Menczer bei der Jugend- Alija, Mitbegründer der Hakoah nach 1945 und ehemaliger stellvertretender Leiter des Stadtrechnungshofes. Martin Vogel verstarb am 12. November im 94. Lebensjahr in Wien. In seiner unermüdlichen Art setzte er alles daran, die Erinnerungen an die Jahre der Schoa in Wien und an die vielen hilfsbereiten Menschen, die er damals kennenlernte, aufrecht zu erhalten. Anlässlich seines 80. Geburtstag traf ihn Werner Hanak-Lettner und gestaltete ein bis heute gültiges und lesenswertes Porträt (NU 10/ 2002).

WIR GRATULIEREN
dem IDF Field Hospital als World’s Best. Das Feldkrankenhaus der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte hat sich durch die höchste Punktzahl, die der medizinische Arm der Vereinten Nationen vergeben kann, an die Weltspitze gesetzt. Das IDF-Feldkrankenhaus hat nach Katastrophen tausenden von Patienten in Nepal, Haiti, an der syrischen Grenze, in den Philippinen und in zahlreichen anderen Ländern sofortige, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung ermöglicht.

WIR GRATULIEREN
unserem Gemeindemitglied Univ. Prof. Dr. Arnold Pollak, zur Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich kurz vor Erscheinen dieser Ausgabe von NU. Prof. Pollak war 1985 der erste berufene Professor für Neonatologie in Österreich und hat diese Klinik zur größten – und wie Bundesministerin Oberhauser bei der Überreichung sagte -, bedeutendsten Europas ausgebaut. Seit 2000 leitete er die Universitätskinderklinik. 2004 begründete Prof. Pollak mit Rektor Schütz die Medizinische Universität Wien. Wir freuen uns mit ihm, wünschen ihm ein herzliches Mazal Tov.

UNS BEGEISTERT
The Little Dictator, ein herzerfrischender, kompakter und berührender Kurzfilm in Iwrit und Deutsch über einen besonderen Tag im Leben des Jerusalemer Geschichtsprofessors Jossi Kleinmann. Die Vorbereitungen für eine große Schabbatfeier sind im Gange, was nicht so einfach ist, wenn man gerade aus der Vorlesung kommt, sich um Hausaufgaben kümmern muss und eine sympathische, aber herausfordernde und dominante Frau hat. Mit einer überzeugenden schauspielerischen Leistung schafft der Hauptdarsteller und Drehbuchautor dieses Kurzfilms, Emanuel Cohn, eine innige Beziehung mit dem Publikum, die bis zur letzten Szene anhält. Der Titel für den Film wurde in Anspielung auf den Film The Great Dictator mit Charles Chaplin gewählt. Nurith Cohn, die Schwester Emanuel Cohns, war für die Regie verantwortlich. Der Film wurde beim Jüdischen Filmfestival in Wien gezeigt und geht weiter auf Tournee durch Europa.

UNS FREUT
dass NU-Autor Samuel Mago den Roma-Literaturpreis des Österreichischen PEN-Clubs in Erinnerung an Ceija Stojka bekommen hat. „Sein Talent ist ein Versprechen für die Zukunft: Er ist auf dem besten Wege, ein bedeutender Schriftsteller, ein Roma- Schriftsteller zu werden“, begründete Peter Paul Wiplinger die Entscheidung der Jury.