Jüdisches Magazin für Politik und Kultur

AUS DER REDAKTION
Knapp vor Heftschluss Ende August erreicht uns die Information, dass NU-Herausgeber Martin Engelberg auf der Liste Sebastian Kurz für die Nationalratswahlen kandidiert. Das Team von NU wird dafür Sorge tragen, dass dieses Engagement keinen Einfluss auf die Blattlinie unseres Magazins haben wird. Es bleibt ein unabhängiges Organ, das ausschließlich journalistischen Grundsätzen verpflichtet ist. Wir werden zum Thema Herausgeberschaft in der nächsten Nummer von NU weiter berichten.

WIR GRATULIEREN
der Sängerin, Schauspielerin und Musikmanagerin Marika Lichter zur Auszeichnung mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Die feierliche Ehrung fand im Kongresssaal des Bundeskanzleramtes statt, die Laudatio hielt Arabella Kiesbauer. Neben ihren Theaterengagements kann Marika Lichter auf zahlreiche Schallplatten- und CD-Aufnahmen verweisen. Die Künstlerin stellt sich immer wieder unentgeltlich in den Dienst der guten Sache, wie für den Verein „Wider die Gewalt“, als Botschafterin der Brustkrebshilfe oder im Vorstand des Vereins „Frauen ohne Grenzen“.

UNS FREUT
dass Bundesminister Thomas Drozda Oberkantor Shmuel Barzilai mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt hat. „Wir zeichnen heute nicht nur einen herausragenden Kantor, sondern auch einen großen Künstler aus. Shmuel Barzilai ist seit nunmehr 25 Jahren die wunderbare Stimme der jüdischen Gemeinde in Wien“, hieß es in der Laudatio des Kulturministers. „Die jüdische Kultur ist Teil der kulturellen Identität Österreichs. Oberkantor Barzilai ist Träger dieser Kultur und damit seit Jahrzehnten ein Botschafter der Republik“, wie Minister Drozda betonte.

UNS ERHEITERT
ein Bericht über die Tätigkeit des Präsidenten der IKG, der 44 Seiten umfasst, von denen 15 leer sind oder nur eine Jahreszahl enthalten. Auf den verbliebenen 29 Seiten finden sich nicht weniger als 12 Fotos von Oskar Deutsch. Das Kafka-Zitat am Anfang der Broschüre können wir um ein weiteres ergänzen: „Das Gute ist in gewissem Sinne trostlos.“

WIR SIND GESPANNT AUF
das am 14. September erscheinende Buch von Erwin Javor Ich bin ein Zebra. Diese „jüdische Odyssee und bewegte Familiengeschichte“ ist in Form einer Zeitreise komponiert. Sie führt vom Schtetl nach Budapest, von Budapest nach Wien und nach Israel. Sie ist eine Liebeserklärung an seine Eltern, deren Geschichten und Erzählungen über eine heute verlorene Welt ihn geprägt haben. Dabei zieht sich der jüdische Witz wie ein roter Faden durch die Erzählung und fördert unterschiedlichste Facetten des jüdischen Daseins zutage. Das 256 Seiten umfassende Buch des NU-Mitbegründers und langjährigen Herausgebers und Kolumnisten kann auf der Internetseite www.ichbineinzebra.at vorbestellt werden.

WIR EMPFEHLEN
Shefa Markt, der auch sonntags bis 14 Uhr offen hat. Der große koschere Supermarkt in der Heinestraße Nr. 24 hat im Februar 2017 eröffnet und überzeugt mit seinem reichhaltigen Sortiment an Lebensmitteln. Dazu bekommt man im Pillsbury Kosher Coffee Point eine exzellente Melange, die wunderbar zu einem Rugelach passt. Die vielfältigen jüdischen Kulturkreise, die dort jeden Tag aufeinander treffen – aschkenasische, orientalische und sephardische Juden – sind mit der namensgebenden Fülle (denn nichts anderes bedeutet „shefa“) in jedem Sinne gut bedient.

UNS INTERESSIERT
die Encyclopedia of Camps and Ghettos, 1933-1945, veröffentlicht vom US Holocaust Memorial Museum (www.ushmm.org). Zwei Bände sind bereits erschienen, fünf sind in Vorbereitung.