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Rollentausch in Hollywood

Gabriele Flossmann von Gabriele Flossmann
18. Mai 2026
in Dossier, Good News for the Jews, Kultur
Rollentausch in Hollywood

Prominente Künstler beziehen vehement Stellung für die eine oder andere Seite. © Wikimedia Commons Greg Hernandez

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„Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler.“ Dieses Zitat aus William Shakespeares „Wie es euch gefällt“ (1599) ist aktueller denn je. Zumindest scheint der Rollentausch zwischen (Schau-)Spielern und Politikern mehr denn je vollzogen zu sein.

von Gabi Flossmann

Dass in der Melange aus Wissenden und Besser(?)wissenden beider Lager die Grenzen immer schwieriger auszumachen sind, erweist sich als zunehmend verhängnisvoll. Vor allem seit immer mehr Hollywoodstars und Influencer bei Protestbewegungen den Ton angeben und seit Ende 2025 hunderte Hollywoodstars eine Protestbewegung aus der Zeit des Kalten Krieges wiederbelebt haben: die Verteidigung der Meinungsfreiheit. Angeführt von der 88-jährigen US-Schauspielerin und Aktivistin Jane Fonda unterzeichneten mehr als 500 Persönlichkeiten – darunter Natalie Portman, Sean Penn und Anne Hathaway sowie Regisseure wie Spike Lee und Aaron Sorkin – das „Committee for the First Amendment“. Das erste Komitee, das die in der US-Verfassung festgeschriebene Rede- und Pressefreiheit in den Vereinigten Staaten einforderte, wurde während der McCarthy-Ära gegründet. Damals wurden US-Bürger unter dem Vorwand „kommunistischer Umtriebe“ verfolgt. Inzwischen mutiert die Redefreiheit immer mehr zum gesellschaftlichen Spaltpilz. Bei Preisverleihungen wie den Golden Globes und den Oscars präsentieren Hollywoods Stars und Sternchen auf dem roten Teppich, begleitet vom Blitzlichtgewitter der Paparazzi, nicht mehr nur ihre Roben, sondern auch ihre politisch korrekten (?) Stellungnahmen zu politischen Tagesthemen. Glamouröse Promi-Events sind ohne derartige Statements so gut wie undenkbar geworden. Sei es die Unterrepräsentation Schwarzer (Black Lives Matter), die Stärkung der Frauenrechte (#MeToo) oder der Klimawandel.

Als brandgefährlich erweisen sich die Wortmeldungen der Hollywood-Aktivisten, wenn die Notlage der Palästinenser thematisiert wird. Denn diese „politische Meinungsfreiheit“ schürt weltweit den Antisemitismus. Nicht nur Amerikas Gesellschaft ist politisiert, gespalten, geladen mit einer stetig steigenden Spannung auf eine Antwort auf die Frage: Wer ist pro-palästinensisch, wer pro-israelisch eingestellt? Umso irritierender ist es, dass gerade in Hollywood ein wichtiges Thema, das dringend Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient hätte, fehlt: die grausame Unterdrückung der Regimegegner im Iran. Abgesehen von einer kurzen Erwähnung im Zusammenhang mit den Golden-Globe- und Oscar-Nominierungen für den Dissidenten-Regisseur Jafar Panahi fehlt das Thema in den Protestkundgebungen der Stars. Dieses Ungleichgewicht ist natürlich nicht (nur) die Schuld der Stars, aber nichts hindert sie daran, ihre Bekanntheit auch für das Thema Iran zu nutzen. Schnell und lautstark kam dagegen der Einsatz für Palästina: allen voran Susan Sarandon, Angelina Jolie, Emma Watson und Ken Loach. Downton Abbey-Star Hugh Bonneville protestierte etwa gegen den Entzug der Akkreditierung von NGO-Gruppen im Gazastreifen durch Israel. Woher kommt also die Zurückhaltung, wenn es um den Iran geht? Es wird spekuliert, dass Prominente, die sich für die falschen (d. h. nicht vom progressiven Konsens gebilligten) Anliegen einsetzen, um ihre Karrieren fürchten. Das Schweigen der Prominenten könnte aber auch ein Symptom der chronischen Trump-Hysterie sein, die in Hollywood immer noch weit verbreitet ist. Alles, was den Anschein erwecken könnte, auf derselben Seite wie Donald Trump zu stehen, wäre demnach zumindest problematisch. Darüber hinaus könnten sich die Mullahs auf eine Erzählung von westlicher Unterdrückung und Ausbeutung berufen, die den typischen Promi-Aktivisten zumindest verwirrt. Schließlich hätten Großbritannien und die USA, die Unterstützer Israels, den Schah gestürzt. Und der war doch ein brutaler, vom Westen unterstützter Diktator! Oder nicht? Und haben wir ihnen nicht jahrzehntelang das Öl gestohlen?

In der Frage Israel oder Palästina hingegen ist die Sache einfacher. Der jüdische Staat ist ein Verbündeter der USA. Er verfügt über Geld, Waffen und Macht, und gewinnt in der Regel seine Schlachten. Die Menschen in Gaza scheinen zumindest hilflos und wehrlos, demoralisiert und verarmt zu sein. Sich mit den Palästinensern zu solidarisieren, fühlt sich also emotional befriedigender an, weil der Anlass des Gaza-Kriegs, der brutale Terrorangriff der Hamas, offenbar einem weitverbreiteten Kurzzeitgedächtnis zum Opfer gefallen zu sein scheint – ebenso wie die Erinnerung, dass Israel ursprünglich als Zufluchtsort für Holocaustüberlebende gegründet wurde. Aber man kann sich offenbar noch daran erinnern, dass Hollywood das iranische Regime einmal in seiner brutalen Realität darstellte – und zwar im Film Argo (2012) von und mit Ben Affleck. Damals sahen sich die Produzenten genötigt, einen „erklärenden“ Prolog einzufügen, der den Missbrauch des Landes durch den Westen (den Putsch von 1953) schilderte. Es wirkte fast so, als sei es ihnen peinlich, sich überhaupt kritisch mit dem Iran auseinanderzusetzen.

Ein Blick zurück

Während die Unterhaltungsindustrie in den letzten Jahren in der Haltung gegen die Präsidentschaft Donald Trumps, der „Black Lives Matter“-Bewegung und beim Kampf für das Recht auf Abtreibung weitgehend Einigkeit bewiesen hat, erweist sich der Israel-Hamas-Konflikt mit Begriffen wie „Antisemitismus“ und „Völkermord“ als besonders spaltend. Einstige Verbündete beschuldigen sich gegenseitig der Zensur, der Heuchelei und des Verrats. Dabei genoss Israel in Hollywood traditionell starke Unterstützung. Die Gründung 1948, kurz nach dem Holocaust, wurde in der „Hollywood Bowl“ gefeiert. Damals wurde sogar eine aufgezeichnete Botschaft des Gründungsministers David Ben-Gurion verlesen, und der Schauspieler Edward G. Robinson zitierte aus Anlass der Feierlichkeiten die israelische Unabhängigkeitserklärung, die „full social and political equality of all its citizens without distinction of race, creed, or sex“ versprach. Von Frank Sinatras frühen pro-zionistischen Kundgebungen bis hin zu Steven Spielbergs heutiger Friedensstiftung pflegte Hollywood eine „besondere Beziehung“ zu Israel. Nach dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 solidarisierten sich – neben Frank Sinatra – auch Stars wie Peter Sellers und Barbra Streisand mit Israel. Auf der pro-palästinensischen Seite machte als eine der ersten Vanessa Redgrave auf sich aufmerksam. Bei den Oscars 1978 gewann die linksorientierte Schauspielerin den Preis als beste Darstellerin für ihre Titelrolle im Film Julia, einer Kämpferin gegen die Nazis. Jüdische Organisationen wie das Simon Wiesenthal Center protestierten damals gegen den Oscar für Vanessa Redgrave, den sie mit einer Kufiya, einem arabisch-palästinensischen Kopftuch, um den Hals entgegengenommen hatte. In ihrer Dankesrede konterte sie vereinzelte Buh-Rufe aus dem Publikum: „Sie haben sich nicht von den Drohungen einer kleinen Gruppe zionistischer Schläger einschüchtern lassen, deren Verhalten eine Beleidigung für das Ansehen der Juden in aller Welt und ihren großen und heldenhaften Kampf gegen Faschismus und Unterdrückung ist.“ Sie bekräftigte damit zwar ihr Engagement im Kampf gegen Faschismus und Antisemitismus. Doch am meisten in Erinnerung geblieben ist an diesem Abend ihre Verurteilung der „zionistischen Schläger“.

Wie geht es weiter?

Der Sternenhimmel über Hollywood ist heute mehr denn je in zwei Lager gespalten. Am 12. Oktober 2023, also wenige Tage nach dem Anschlag, hatten mehr als 700 Prominente, darunter Gal Gadot, Jamie Lee Curtis und Ryan Murphy, einen offenen Brief unterzeichnet, der die Aktionen der Hamas als „böse“ und „barbarisch“ bezeichnet. Dagegen hatte die Schauspielerin Angelina Jolie als eine der ersten bei einem Besuch am Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen ihre uneingeschränkte Unterstützung für das palästinensische Volk bekräftigt. Ähnlich äußerten sich Kollegen und Kolleginnen wie Mark Ruffalo, Bradley Cooper, John Cusack, Charles Dance, Joaquin Phoenix und Javier Bardem. Bei der 77. Verleihung der Emmy Awards – einer der drei wichtigsten Preisverleihungen Hollywoods – im vergangenen September hob Bardem die Faust und trug eine Kufiya. Auf einer pro-palästinensischen Unterschriftenliste finden sich darüber hinaus auch Namen wie Richard Gere, Emma Stone, Ken Loach, Gael García Bernal, Jessica Chastain, Alfonso Cuarón, Ben Affleck, Jenna Ortega, Juliette Binoche, Eric Cantona und Pedro Pascal. Von jüdischer Seite stimmten auch Elliot Gould und Joel Coen in diesen Chor ein.

Als Antwort darauf verfasste eine andere Gruppe von Hollywood-Künstlern ebenfalls einen offenen Brief. Darunter Namen wie Michael Douglas, Liev Schreiber, Jamie Lee Curtis, Dakota Fanning, Quentin Tarantino, Andy Garcia, Steven Spielberg und Arnold Schwarzenegger. Der Hollywood Reporter, das zweite wichtige Branchenblatt neben Variety, bezog ebenfalls klar für Israel Stellung – allerdings durch einen Gastkolumnisten. Der in Israel geborene jüdische Dozent Hen Mazzig, Mitbegründer des Tel Aviv Institute, schrieb in seinem Kommentar: „Wenn Prominente es salonfähig machen, Israel zu verunglimpfen, schürt das ein Klima, das dazu führt, dass jüdische Schulen unter Polizeischutz stehen, Synagogen in Brand gesteckt und Kinder auf dem Schulweg verprügelt werden.“ Leider fand dieser Artikel in Hollywood kaum Beachtung.

Dass zweieinhalb Jahre nach dem Hamas-Überfall als Auslöser des Gaza-Kriegs eine Kluft quer durch Hollywood geht, rückt die Frage nach der Wechselwirkung von Kunst und Politik einmal mehr und mit ungeheurer Vehemenz in den Mittelpunkt. Was können Künstler? Und was sollen sie können? Haben sie neben ihren ästhetischen Ansprüchen und Entertainer-Aufgaben auch einen gesellschaftlichen Auftrag? Können sie – und vor allem: sollen sie – gar den Gang der Welt ändern? Auf jeden Fall darf man sie in unserem zunehmend (sozial?-)medialen Zeitalter als treibende Kraft für Bewegungen und Kundgebungen nicht unterschätzen. Denn die Macht, mit prominenten Namen und Gesichtern Meinung zu machen, ist groß. Wie fatal diese Macht werden kann, zeigt sich nun am Beispiel Israel. Die Terroristen sind immer noch nicht endgültig besiegt und das Land steht zwischen Fronten, an denen prominente Künstler beider Seiten ihre medialen Waffen schärfen.

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Krisenerprobt und resilient

Gabriele Flossmann

Gabriele Flossmann

Gabriele Flossmann ist freie Autorin. Die Filmexpertin hat viele Jahre das Filmressort der ORF-Kulturabteilung geleitet und ist mit Filmschaffenden weltweit bestens vernetzt.

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