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Home Dossier

„Es ist schwer, ein vernünftiges jüdisches Leben zu führen“

Michael Reinprecht von Michael Reinprecht
26. Januar 2026
in Dossier, Gepackte Koffer

Außerhalb der "jüdischen" Blase ist das Leben in Belgien schwierig geworden. ©Michael Day Creative Commons Attribution 2.0 Generic

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Etwa 20.000 Juden leben in Brüssel. Es gibt zwölf Synagogen, darunter die „große Synagoge Europas“ in der Rue de Régence, drei jüdische Schulen. Es sind mehrere Gemeinden, die das jüdische Leben in Brüssel organisieren. Man könnte meinen, alles paletti. Trotzdem „fühlt man sich nicht wohl“ als Jüdin, als Jude in Europas Hauptstadt, sagt die österreichische EU-Beamtin Daniela Bankier im Gespräch mit NU.

von Michael J. Reinprecht

Es sind nicht allein die Schockwellen des Wahnsinns-Attentats der Hamas vom 7. Oktober 2023, dieses Pogrom, das den Gaza-Krieg auslöste und in Brüssel den bereits stark vorhandenen Untersatz eines schwelenden Antisemitismus an die Oberfläche spülte. Es war das tödliche Attentat vom 24. Mai 2014 mit vier Todesopfern auf das jüdische Museum in der Rue de Minimes, im touristisch beliebten Viertel Sablon, gleich unterhalb des Justizpalastes. Es war ein Samstagnachmittag. Die Gassen mit den schicken Antiquitätenläden und Galerien rund um das jüdische Museum bummvoll. Das Museum selbst unbewacht, offen. „Für die jüdische Gemeinde in Brüssel war dies ein Weckruf“, sagt Dr.in Bankier, die in der Europäischen Kommission die Abteilung „Konsumentenschutz & Nachhaltigkeit“ leitet. Es bedeutete das Ende der Offenheit und der Bereitschaft zum aktiven Dialog.

Heute sind alle jüdischen Einrichtungen streng bewacht. Gut, damit unterscheidet sich Brüssel wohl nicht von Wien, aber „es ist hier viel ruhiger in meiner Wahrnehmung“, freut sich Daniela, die bei einem Kurzbesuch Anfang November NU in einem Wiener Café zum Gespräch empfängt. Allein, das Straßenbild sei anders in Brüssel: voll von Menschen, die demonstrativ Kufiya, also das politisch klar konnotierte Palästinensertuch, tragen. Graffiti an den Hauswänden und Aufkleber überall, die Israel verurteilen, ein Palästina „From the River to the Sea“ fordern. „Brüssel ist voll davon, das ist sehr, sehr ins Auge fallend“.

Ungefähr jeder vierte Einwohner Brüssels hat muslimische Wurzeln. Das schlägt sich im Straßenbild nieder. Man sieht viel mehr Frauen mit Kopftüchern, viele verhüllte, voll verschleierte auch – in der U-Bahn, im Stadtbild. „Brüssel, das beruht halt auf der Idee einer sehr integrierten, sehr diversen Stadt – und das sieht man auch“. Dagegen sei ja an und für sich nichts einzuwenden.
„Die Frage ist nur,“ will NU wissen, „wenn das Stadtbild so anders ist, macht das für dich als Jüdin Angst – oder nicht?“ „Wir EU-Beamte leben ja in einer Blase, in einer sehr angenehmen Blase. Aber wenn man aus dieser Blase heraustritt, auf die Straße, in den Bus, in die Straßenbahn, dann fühlt man sich nicht sehr wohl“. Um dies zu verdeutlichen, erzählt Daniela von einem antisemitischen Vorfall, dessen Opfer ihr Sohn, ein Arzt in Fachausbildung, wurde. In der U-Bahn, am Heimweg vom Krankenhaus. „Er hatte ein Chaj um den Hals sehr diskret getragen. Sehr diskret. Und es ist ihm von maghrebinisch aussehenden Jugendlichen heruntergerissen worden.“

„Ich will nicht sagen, dass dies gang und gäbe ist, aber er ist dann zur Polizei gegangen, um dies anzuzeigen, aber mit viel Verständnis ist man ihm dort nicht begegnet.“ „Das heißt in Brüssel würde man eher nicht mit der Kippa oder mit einem Davidstern-Ketterl um den Hals spazieren gehen?“ „Nein, sicher nicht. Auf keinen Fall. Und das tut auch niemand“, sagt Daniela Bankier. Und weiter: „Die Leute haben Angst. Auch Angst in die Synagoge zu gehen. Die Anzahl der Juden, die Gottesdienste besuchen ist in den letzten beiden Jahren zurückgegangen. Ich habe Freunde, die die Mesusa von der Wohnungstür genommen haben. Man hat Angst, will als Jude nicht auffallen.“

Bereits vor einem Jahr, im Juni 2024, titelte die Jüdische Allgemeine: „Viele Juden wollen weg aus Belgien“, und berichtet über eine Umfrage des Instituts Ipsos, wonach fast jede vierte in Brüssel lebende Person eine „große Abneigung gegen Juden“ hat. In dieser Umfrage kommen die üblichen Vorurteile zum Vorschein, wonach Juden die Medien kontrollieren, etc. Und immerhin ein Fünftel der Befragten stimmte der Aussage zu, dass „die Juden“ für den Tod von Jesus verantwortlich seien. Bei muslimischen Befragten ist der Anteil derer, die voreingenommen gegen Juden sind, dreimal so hoch wie in der nichtmuslimischen Bevölkerung. Nach dem 7. Oktober 2023 hat der Antisemitismus stark zugenommen, bestätigt auch die Studie aus Mitte 2024. Und die Vorurteile gehen mit dem Nichtwissen Hand in Hand: nur ein knappes Fünftel kann die Anzahl der jüdischen Bevölkerung weltweit richtig einschätzen. 80% der Befragten hingegen stimmen der Behauptung zu, es gäbe mehr als 500 Millionen Juden…

Daniela Bankier kann den Eindruck, den diese Umfrage von vorigem Jahr vermittelt, aus eigenem Erleben nur bestätigen. Sie erzählt: „Zu den Hohen Feiertagen war ich in der Synagoge. Und das große Thema bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen – auch bei jenen, die im Ausland studieren oder gerade fertig geworden sind – ist: Wohin? Alle sagen: weg! Sie wollen weg und fragen sich, wohin. Alle – wirklich alle!“

Wie ist die Stimmung in den EU-Institutionen, in der EU-Beamtenschaft, will NU wissen. Vor allem angesichts der laizistischen Tradition der EU-Bürokratie, die sich traditionell an der französischen Verwaltung orientiert: „Religion war eigentlich nie ein Thema, nationale und religiöse Zugehörigkeit keine Kategorie. Ist das nicht heute auch noch so, trotz des allgemein steigenden Antisemitismus?“

„Ja, das stimmt. Aber der Krieg in Gaza hat so viel Emotion ausgelöst, schlafende Ressentiments geweckt. Antisemitismus wurde lange Zeit tabuisiert. Man hat nicht darüber gesprochen. Es gibt ja auch nicht so viele jüdische Kolleginnen und Kollegen. Nach dem Ausstieg des Vereinigten Königreiches noch weniger, leider“. Und Daniela Bankier bestätigt, dass sich auch unter der EU-Beamtenschaft eine israelkritische Haltung breitmacht – vertreten von Kolleginnen und Kollegen, die offene Briefe an die EU-Politik veröffentlichen, um eine klar anti-israelische Position einzufordern.

„Und das“, sagt sie, „das ist neu. Das gab es noch nie. In keiner politischen Frage. Das gibt es nicht zu Sudan oder zu anderen Fragen. Das ist neu. Das gibt es nur zu Israel.“ „In der jüdischen Gemeinde in Brüssel“, fährt Daniela fort, „gibt es eine WhatsApp-Gruppe jüdischer Menschen so um die 50, Mitte 50, die tauschen sich aus und plagen sich mit der Antwort auf die Frage, wohin man auswandern soll.“

Denn in Brüssel sei es besonders schlimm. In Frankreich, in Paris, da gäbe es noch Viertel, Bezirke, wo es möglich ist, ein „sinnvolles jüdisches Leben“ zu führen. „Das kannst du in Brüssel nicht. Es ist wirklich schwer in Brüssel ein vernünftiges jüdisches Leben zu führen“.

„Ja, das ist in Brüssel viel schwerer als etwa in Wien. Da ist es in Wien viel besser. Ich finde, Österreich hat sich wirklich gewandelt. Zum Besseren,“ schließt die EU-Beamtin unser Gespräch.

Ich gehe aus diesem Gespräch in der Hoffnung, sie habe recht.

EU-Beamtin Daniela Bankier. ©Daniela Bankier
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Michael Reinprecht

Michael Reinprecht

ist Diplomat, war zuletzt European Union Fellow an der USC in Los Angeles, davor Leiter der Nahostabteilung des Europäischen Parlaments in Brüssel und Direktor des Informationsbüros des EU-Parlaments in Wien.

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