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Home Kultur

Der jüdische Johann Strauß

Georg Gaugusch von Georg Gaugusch
12. Januar 2026
in Kultur

Der Jubilar dieses Jahres, Johann Strauß, hatte vielfache Bezüge zu Wiener jüdischen Familien. Dies wurde im Strauß-Jahr nur am Rande betrachtet. ©Danielle Spera

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Wien feierte heuer seinen Walzerkönig Johann Strauß, anlässlich seines 200. Geburtstags. Die jüdischen Wurzeln des populären Wiener Musikers blieben weitgehend unerwähnt. Georg Gaugusch blickt für NU tief in die Familiengeschichte.

Von Georg Gaugusch

rauß, hatte vielfache Bezüge zu Wiener jüdischen Familien – so vor allem zur prominenten Familie Todesco, aber auch zu einer schon im frühen 19. Jahrhundert in Wien nachweisbaren Familie Strauss aus der böhmischen Gemeinde Lusche (Luže). Dass die Komponistendynastie jüdische Wurzeln hatte, führte in der NS-Zeit zu einer akribisch durchgeführten Fälschungsaktion. Im Trauungsbuch 60 (1761-1762) der Dompfarre St. Stephan findet sich am 11. Februar 1762 der Trauungseintrag des Stammvaters der Familie, Johann Michael Strauß: Ein getaufter Jud, ledig, zu Ofen gebürtig, des Wolf Strauss und Theresia ux., beyden Jüdisch abgelebten Ehel. Sohn, mit der Rosalia Buschin aus Gföhl. Wann und wo Johann Michael Strauss zum Christentum konvertierte, ist unbekannt. Bei der Trauung zeigte er einen Taufschein vor, den er aber wieder an sich nahm, ohne dass notiert worden wäre, welche Pfarre diesen ausgestellt hatte.

Schon in den späten 1930er-Jahren waren Wiener Forscher an den Vorfahren der Musikerfamilie Strauss interessiert. Die jüdische Herkunft war zumindest in Fachkreisen kein Geheimnis. Nun galt in den Augen der meisten Nationalsozialisten Johann Strauß als Aushängeschild deutscher Unterhaltungsmusik. Das Bekanntwerden einer jüdischen Herkunft wäre daher für den NS-Kulturbetrieb in hohem Maße unangenehm gewesen. So entschloss man sich zu einer radikalen Lösung: Das Trauungsbuch der Pfarre St. Stephan wurde beschlagnahmt, in Berlin mikroverfilmt und aus diesen Photographien eine Replik des Buches hergestellt. Das Original und die vom „Reichssippenamt“ beglaubigte Kopie wurden nach Wien zurückgeschickt, wobei die Dompfarre nur die Kopie erhielt, das Original wurde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv unter Verschluss gehalten. Nur ein Eintrag in diesem Buch wurde geändert: Die Trauung Johann Michael Strauß‘ mit Rosalia Buschin war nicht mehr enthalten. Auch im Index des Bandes wurde jeder Hinweis auf diese Eheschließung kunstvoll beseitigt.

Johann Strauß hatte auf verschiedenen Ebenen engen familiären Kontakt mit der Wiener jüdischen Gemeinde. Seine erste Ehefrau, die Sängerin Henriette Chalupetzky (Jetty Treffz), brachte in die 1862 geschlossene Ehe eine aus verschiedenen außerehelichen Beziehungen stammende Kinderschar mit. Mindestens zwei dieser Kinder, Franziska und Louise, waren Töchter des Wiener Bankiers und Großkaufmanns Moriz Todesco, einem Bruder des Erbauers des Palais Todesco, Eduard Freiherr von Todesco. Franziska und Louise Chalupetzky erhielten 1863 die Bewilligung, ihren Nachnamen in Todesco zu ändern. Zu einer Eheschließung zwischen Moriz Todesco und Henriette Chalupetzky war es nie gekommen, zumal es bis zum Staatsgrundgesetz in Österreich rechtlich nicht möglich war, eine Zivilehe einzugehen, und für Moriz Todesco eine Konversion zum Christentum offenbar ausgeschlossen war. Dessen Vater, Hermann Todesco, der über den Lebenswandel seines Sohnes wohl im Bilde war, verfügte in seinem Testament ausdrücklich, dass keines seiner Kinder das Judentum verlassen solle – ein Wunsch, dem alle Kinder folgten.

Nachdem Henriette Strauß am 8. April 1878 gestorben war, heiratete der nunmehr 52jährige Johann Strauß bereits am 28. Mai 1878 erneut. Seine Ehe mit der aus Breslau stammenden 28-jährigen Ernestine Henriette Angelika Dittrich verlief aber unglücklich und wurde am 9. Dezember 1882 vom Wiener Landesgericht von Tisch und Bett geschieden. Eine Besonderheit des damaligen österreichischen Eherechts war, dass Ehen, die nach röm.-kath. Ritus geschlossen worden waren, wohl geschieden werden konnten, das „Eheband“ bestand aber weiter, wodurch eine erneute Eheschließung für österreichische Staatsbürger ausgeschlossen wurde. Diese war nur dann möglich, wenn die Ehe nicht nur geschieden, sondern getrennt, aufgelöst oder für ungültig erklärt wurde, wofür die rechtlichen Hürden aber hoch waren. Johann Strauß musste für eine erneute Eheschließung seine Staatsbürgerschaft wechseln und wurde 1887 Bürger des deutschen Kleinstaates Sachsen-Coburg und Gotha. Parallel verließ Johann Strauß auch die katholische Kirche und konvertierte zum evangelischen Glauben.

Ähnlich bewegt war der Lebensweg seiner dritten Frau, Adele Strauss geb. Deutsch, die einer ungarischen jüdischen Familie entstammte. Adele Deutsch hatte in erster Ehe am 19. April 1874 im Wiener Stadttempel den Wiener Kaufmann Anton Strauss geheiratet. Dieser starb nach knapp dreijähriger Ehe 1877 an einem Herzfehler und hinterließ neben seiner Witwe Adele noch die 1875 geborene Tochter Alice. Adele Strauss trat 1883 in Wien aus dem Judentum aus und konvertierte in der reformierten Kirche in der Wiener Dorotheergasse zum evangelischen Glauben. Am 15. August 1887 schlossen Johann Strauß und Adele Strauss geb. Deutsch vor dem Standesamt in Coburg die Ehe, noch am selben Tag erhielten sie auch in der Herzoglichen Hofkirche den evangelischen Segen. Die Bekanntschaft zwischen den Familien Strauß und Strauss war sicher älter, denn beide Familien lebten zu Beginn der 1850er Jahre im Haus Leopoldstadt 314 (Wien II., Taborstraße 17).

Nachdem seine drei Ehen kinderlos geblieben waren, setzte Johann Strauß die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien als Universalerben ein, die Rechte an seinen Werken gingen aber an die Witwe Adele, und nach ihrem Tod 1930 an ihre Tochter Alice. Auch deren Eheleben war vergleichsweise bewegt: So wurde ihre 1896 geschlossene erste Ehe mit Wilhelm de Bayros bereits 1897 geschieden und 1898 für ungültig erklärt; ihren zweiten Mann, den Pianisten und Klavierpädagogen Richard Epstein, heiratete sie noch im selben Jahr vor dem Wiener Magistrat. Auch diese Ehe wurde geschieden. Erst 1926 ging sie in Mödling mit dem Fabriksdirektor Gustav Seidl ihre dritte Ehe ein, die ebenso wie die vorigen geschieden wurde. Erst 1929 fand sie mit dem Ingenieur und k. u. k. Oberst Rudolf von Meyszner einen Partner für eine stabile Beziehung. Sie überlebte, vermutlich durch ihren Mann geschützt, den Zweiten Weltkrieg in Wien und starb in den letzten Kriegstagen an den Folgen eines Herzleidens. Alice Meyszner galt in den Augen der NS-Rassenideologie – ungeachtet ihres Übertritts zum Christentum – als Jüdin und war entsprechenden Anfeindungen ausgesetzt. So erschien zum Beispiel in der Kleinen Volks-Zeitung vom 9. Juni 1939 ein Artikel, in dem ganz offen thematisiert wurde, dass die wichtigsten Erinnerungsstücke an den Wiener Walzerkönig – so seine beiden Geigen und viele Autographen – im Besitz der jüdischen Stieftochter seien. Unter diesem Druck musste Alice Meyszner die Sammlung der Stadt Wien als Schenkung abtreten, verfügte jedoch in ihrem Testament, dass ihre Nichte Ada Crespo de la Serna die Erbin sei. Zwar wurde seitens des Wiener Gemeinderats nach dem Zweiten Weltkrieg die Unrechtmäßigkeit der Abtretung anerkannt, an eine Rückgabe dachte man aber offenbar in keiner Weise. Wie in den 1950er-Jahren üblich, versuchte man durch Herausgabe einiger weniger Stücke, den Großteil der Sammlung in Wien zu halten. Das Druckmittel war, wie in dieser Zeit so oft, die notwendige Ausfuhrbewilligung. Erst in den späten 1990er-Jahren wurde, im Zuge der Neubewertung dieser fragwürdigen Praxis der Nachkriegszeit, eine Restituierung der Sammlung angedacht und 2001 auch durchgeführt. Die Stadt Wien erwarb, nunmehr rechtmäßig, die Johann Strauß-Memorabilia noch im selben Jahr.

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Georg Gaugusch

Georg Gaugusch

Georg Gaugusch forscht zum jüdischen Großbürgertum Mitteleuropas im 19. und frühen 20. Jahrhundert und zur Genealogie der rund 500 jüdischen Familien in diesem Raum. Zahlreiche Publikationen, u.a. die monumentale Buchreihe Wer einmal war.

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