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Der globalisierte Mythos der Islamophobie und die ewige Opferrolle

Abdel-Hakim Ourghi von Abdel-Hakim Ourghi
13. April 2026
in Aktuell
Der globalisierte Mythos der Islamophobie und die ewige Opferrolle

Objektive Selbstkritik und sachliche Kritik des Islam sind nicht mit Rassismus gleichzusetzen. ©Danielle Spera

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Kritik am Islam wird von vielen Muslimen und Anhängern der linken Szene als Islamophobie und antimuslimischer Rassismus gebrandmarkt. Das ist bedenklich – und falsch: Denn Islam ist bekanntlich keine Rasse, sondern eine Religion.

von Abdel-Hakim Ourghi

Seit Jahren werden Islamkritiker als Feinde des Islam und der Muslime stigmatisiert. Ihnen wird immer wieder „Islamophobie“ vorgeworfen. Auch kritische muslimische Intellektuelle werden von der Mehrheit der Muslime und von Anhängern der linken Szene als islamophob betrachtet. Sie werden als Verräter an der Sache des Islam und den Interessen der Muslime gebrandmarkt. Somit wird jede Kritik am Islam bzw. an Muslimen als bedrohlich empfunden. Ein solches Diskussionsverhalten ist inzwischen modern geworden und scheint derzeit im Trend zu liegen.

Neuerdings spricht man sogar von einem antimuslimischen Rassismus. Offensichtlich will man bewusst ignorieren, dass objektive Selbstkritik und sachliche Kritik des Islam nicht mit Rassismus gleichzusetzen sind, denn der Islam ist keine Rasse, sondern eine Religion. Zu beobachten ist, dass islamische Kreise und linke Aktivisten – insbesondere pro-palästinensische und antizionistische Akademiker – kritische Artikel oder Werke, die schonungslos den Zustand des Islam und der Muslime beleuchten und ihr intellektuelles und moralisches Wohlbefinden stören, schnell als „islamfeindlich“ brandmarken.

Der Terminus „Islamophobie“ ist ein an die Psychologie angelehnter Begriff, der einen seelischen Zustand irrationaler Angst vor dem Anderen – in diesem Fall dem Islam – beschreiben soll. Eine Phobie ist klinisch ganz eindeutig als Krankheit umrissen. Die Zweckentfremdung dieser pathologisch-diagnostischen Begrifflichkeit im Wort „Islamophobie“ sowie der inflationäre Gebrauch dieses Begriffs müssen nicht nur als unangemessen und fachlich falsch gelten, sondern mehr noch als höchst bedenklich. Denn dieser Terminus führt zur Pathologisierung der Islamkritiker – sie werden als krank gebrandmarkt.

Islamischer Antisemitismus

Die kritischen Debatten, wie etwa über den islamischen Antisemitismus, die Re-Islamisierung der hier geborenen Muslime oder die Islamisierungsversuche der Mehrheitsgesellschaft, gefallen vielen nicht, weil sie ihren Erwartungen widersprechen, ihre Thesen widerlegen und ihre „Islamophilie“ gegenüber dem politischen Islam verletzen, die sie als zentralen Bestandteil ihres lautstark verkündeten „Antirassismus“ betrachten. Empört und sogar schockiert wollen sie nichts von der nackten Realität wissen, die ihrer sowohl engelhaften als auch opferhaften Sichtweise auf die Muslime widerspricht. Deshalb versuchen sie mit aller Kraft, jegliche konstruktive und sachliche Kritik zu diskreditieren. Sie behaupten, dass Kritik am Islam Muslime stigmatisiere, und stellen die Kritiker als beunruhigend, bedrohlich oder schuldig dar, ja sogar als Verkörperung des „inneren Feindes“ im Westen. Ihrer Meinung nach sollten Muslime in erster Linie als Opfer von „antimuslimischem Rassismus“ wahrgenommen und verteidigt werden.

Die ideologische Instrumentalisierung der Angst vor „Islamophobie“ macht es möglich, im Namen des Antirassismus jede differenzierende Meinung über den Islam und über Muslime vehement abzulehnen. So wird politisch und intellektuell auch unter den Linken ein Lager islamophiler Aktivisten gebildet. Sie pflegen eine „Palästinaphilie“, die sich bedingungslos für den angeblichen palästinensischen Widerstand einsetzt. Auch der bewaffnete Kampf, wie ihn die Hamas führt, wird unterstützt. Ihre Militanz hierzulande liegt in der obsessiven Jagd auf angebliche „Islamophobe“.

Die Islamophobie als eine mythische Vision, gepaart mit einer imaginären Viktimisierung, führt selbstverständlich nicht nur zur Ablehnung des Westens, sondern auch zu einem universalen Hass gegen den Westen und gegen Israel. Es handelt sich um eine Form von verschwörerischem und opferorientiertem Status, die davon ausgeht, dass die Feinde der Muslime überall sind und dass die nichtmuslimische Welt gegen sie ist. Die Re-Islamisierung der hier geborenen Muslime und ihre Radikalisierung basiert vor allem auf der Vorstellung, dass die ganze Welt dem Islam und den Muslimen feindlich gegenübersteht und dass es einen globalen Konflikt zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen gibt. Somit globalisiert eine paranoide Fantasie ihre Islamfeindlichkeit.

Narrativ der Opferrolle

Bereits die Theoretiker der Muslimbrüder, wie Hassan al-Banna und Sayyid Qutb, begründeten ab Ende der 1920er-Jahre erfolgreich das Narrativ der Opferrolle der Muslime. Sie erklärten die Kolonialmächte für die desolate Lage der islamischen Welt verantwortlich. In fast allen muslimischen Ländern hat sich bis heute diese Maxime durchgesetzt. Demnach sind der Westen und der Staat Israel die bedrohenden Täter und die Muslime die bedrohten Opfer. Der offizielle Diskurs in muslimischen Ländern hat den ewigen Opferstatus geschickt gepflegt und aus politischen Gründen instrumentalisiert, um das eigene politische und wirtschaftliche Versagen zu leugnen und zu verdrängen.

Seit den 1990er-Jahren beleben Wortführer des Dschihadismus wie Osama bin Laden die Behauptung, Kritik gegenüber Muslimen sei Islamophobie. Die Muslime seien unschuldige Opfer, die vom Westen und Israel bedroht würden. Die Feinde des Islam verbündeten sich überall gegen ihn und die Muslime insgesamt. Sie seien allgegenwärtigen Bedrohungen ausgesetzt, weshalb dieser Feind und seine Unterstützer bekämpft werden müssen. Diese Auffassung fand auch unter Muslimen im Westen Zustimmung und intensivierte das Phantasma von der Opferrolle der Muslime und ihre Verschwörungstheorien. Die Mehrheit der Muslime und vor allem die Wortführer der muslimisch-konservativen Dachverbände beherrschen einerseits meisterhaft diese Opferrolle, andererseits setzen sie in der Öffentlichkeit auf den Ton des Überlegenen, der zu fordern und nicht zu geben hat. Und sie haben damit Erfolg. Die muslimischen Dachverbände wissen, dass die Opferrolle die Einheit der muslimischen Gemeinden in der Diaspora unterstützt und intensiviert. Gleichzeitig soll der selbst gewählte Opferstatus wohl nicht nur den Interessen der Gemeinschaft dienen, sondern auch das Mitleid der Mehrheitsgesellschaft auslösen.

Islamo-Linke

Heute scheint es, dass die islamische Kultur ohne Feindbilder nicht überlebensfähig ist. Diese müssen bewahrt und aufrechterhalten werden, denn sie verhindern, dass man sich mit eigenen hausgemachten Problemen auseinandersetzen muss. Die seit Jahrhunderten andauernde Sinnkrise mit ihren politisch-wirtschaftlichen Dimensionen braucht unbedingt Israel, die Juden überall in der Welt und den Westen als Feind, damit die ewige Opferrolle der Muslime gepflegt werden und der innere Frieden gewährleistet bleiben kann. Die angebliche Schuld der Juden und des Westens setzt die Übernahme der eigenen Verantwortung außer Kraft. Israel und die Juden als Feind intensivieren nicht nur den Opferstatus der Muslime, sondern machen auch Verschwörungstheorien salonfähiger, die seit Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil der muslimischen Sozialisation wurden. Dadurch werden Muslime in ständige Panik vor „den Juden“ und „dem Westen“ versetzt, denn „die Juden“ sollen als Verschwörer im Geheimen agieren und einen Plan verfolgen: die Bekämpfung des Islam und der Muslime.

Der Mythos der „globalisierten Islamophobie“ kann sich erfolgreich durch sein spannungsvolles Verhältnis zum Opferstatus durchsetzen. Beide Komponenten beleben den politischen Islam und verleihen ihm existenzielle Kraft und Macht. Der angeblich verhasste Islam und die verachteten Muslime sind Opfer und sollten deshalb verteidigt werden. Daher ist es nicht überraschend, dass einige junge Muslime sich infolgedessen radikalisieren und Antisemiten werden.

Auch die sogenannten „Islamo-Linken“ erheben seit Jahren den Anspruch, als politische Instanz die Bewahrer von Wahrheit und Gerechtigkeit zu sein. Sie betrachten sich als Beschützer der Minderheiten und Repräsentanten der Schwachen par excellence, indem sie etwa für die Propalästinabewegung Partei ergreifen und eine differenzierte und sachliche Selbst- und Islamkritik schnell einmal als Islamophobie, die angeblich versucht, die Muslime auszugrenzen und zu diffamieren, verurteilen. Unterstützt von konservativen Muslimen sind sie diejenigen, die den islamischen Antisemitismus als Erscheinungsform fördern und jegliche Islamkritik dämonisieren. Das führt zur Entstehung einer Gegengesellschaft, die weder mit dem Grundgesetz noch mit Demokratie und den Menschenrechten vereinbar ist.

Moralische Ressentiments

Der hohe Preis für den Mythos der „Islamophobie“ und den „Opferstatus“ konkretisiert sich als eine Verwechslung zwischen der Islamkritik als einer historisch-kritischen Reflexion einerseits und einem moralischen Ressentiment durch die Furcht vor Selbst- und Islamkritik andererseits. Die Abneigung dagegen führt zwangsläufig zu Ausweichmanövern und verstärkt intensiv die Verdrängungsmechanismen gegenüber den dunklen und auch gewaltvollen Seiten der eigenen Geschichte – wie etwa dem islamisch begründeten Judenhass und dem islamischen Antisemitismus. Diese Ablehnung trägt außerdem die Verantwortung dafür, dass der Islam in seiner im Westen verbreiteten pluralistischen Form einer modernen Renaissance und einer kritikfähigen Aufklärung hinterherhinkt.

Selbst- und Islamkritik kann sehr wohl emanzipatorisch sein. Bei der Kritik am Islam und an den Muslimen geht es vor allem muslimischen Islamkritikern nicht um private Animositäten, sondern ihr Beweggrund ist es, einen Aufklärungsprozess innerhalb des Islam in Gang zu setzen. Solch eine objektive Kritik ist eine essenzielle Grundlage für die Etablierung eines humanistischen Islam in der heutigen Zeit, denn das Ziel dieser Hinterfragung ist nicht die Diskriminierung oder die Stigmatisierung des Islam und der Muslime. Es ist auch dringend notwendig, dass Muslime aus ihrer ausschließlich defensiven Haltung herauskommen, in der jede Erwähnung des Islam als Angriff wahrgenommen wird.

Es muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden, dass die durch den politischen Islam hervorgerufenen Probleme nicht durch das Mitleid der träumenden Idealisten unter den Islamo-Linken gelöst werden können. Daher benötigen die Muslime im Westen keine vermeintlichen Fürsprecher und keine falschen Anwälte. Es sind diese Beschützer, die den Beschützten indirekt jegliche Art von Selbstverantwortung absprechen, wodurch ihre Selbstentfaltung und die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse verhindert werden. Musliminnen und Muslime haben heute die Aufgabe, sich endgültig von ihren Beschützern loszusagen. Deren Ideologie lähmt und hindert sie daran, sich von ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien.

Die Muslime im Westen benötigen keine vermeintlichen Fürsprecher und keine
falschen Anwälte. © Marlen Bernleitner
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Abdel-Hakim Ourghi

Abdel-Hakim Ourghi

Abdel-Hakim Ourghi ist Islamwissenschafter und vertritt einen liberal-aufgeklärten Islam. Voraussichtlich im Dezember erscheint sein neues Buch Die Juden im Koran. Eine historische Tragödie mit fatalen Folgen.

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