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Von Jerusalem nach Wien: Neue Direktorin für Hohenems.

Andrea Schurian von Andrea Schurian
11. Mai 2026
in Kultur
Von Jerusalem nach Wien: Neue Direktorin für Hohenems.

©Dietmar Poeschko

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Nach mehr als zwanzig Jahren an der Spitze des Jüdischen Museums Hohenems verabschiedet sich Direktor Hanno Loewy in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin, Irene Aue-Ben-David, hatte seit 2015 die Leitung des Internationalen Leo Baeck Forschungsinstituts für deutsch-jüdische Geschichte in Jerusalem inne.

von Andrea Schurian

Innerhalb von zehn Minuten richteten zwei Todesschützen in den Abendstunden des 14. Dezember 2025 im australischen Sydney ein Blutbad unter Jüdinnen und Juden an, die am Rand des berühmten Bondi Beach den ersten Tag des Friedens- und Lichterfestes Chanukka feiern wollten. 16 Menschen starben, weltweit herrschten Trauer und Fassungslosigkeit. In Vorarlberg allerdings mischte sich alsbald zumindest hauchzarte Zukunftsfreude in das Entsetzen über den antisemitischen Massenmord. Denn am ersten Chanukka-Tag wurde Irene Aue-Ben-David als neue Direktorin des Jüdischen Museums Hohenems (JMH) vorgestellt. Die Stelle war im Mai 2025 international ausgeschrieben worden, nachdem der bisherige, international bestens vernetzte JMH-Direktor Hanno Loewy angekündigt hatte, sich nach mehr als zwanzigjähriger Amtszeit in die Pension zu verabschieden. Nach einem zweistufigen Bewerbungsprozess und Hearings mit 14 Kandidatinnen und Kandidaten hatte sich die international besetzte Findungskommission einstimmig für Irene Aue-Ben-David als Loewys Nachfolgerin ausgesprochen. Aue-Ben-David verfüge über fachliche Exzellenz, habe Forschungs- und Führungskompetenz und sei kommunikativ, analytisch und erfahren. Neu für sie ist – noch – die museale Arbeit, wie Aue-Ben-David bei ihrer Präsentation bekannte – sie könne auch kein fertiges Konzept vorlegen. Kein Konzept? Das ist einigermaßen erstaunlich für eine museumspolitisch so wichtige Position. Sind auch die anderen Kandidaten (m/w/*) tatsächlich konzeptlos angetreten? Gab es niemanden mit validen Ausstellungs- und Handlungsplänen? Man darf hoffen, dass – auch mit Blick auf ihre berufliche Vergangenheit – Aue-Ben-David binnen kürzester Zeit imstande sein wird, neue Herausforderungen anzunehmen, kluge Themen zu setzen und interessante Ideen zu entwickeln. Seit dem 7. Oktober 2024 herrsche „die größte Krise der jüdischen Welt seit dem Holocaust“; die Grenzregion Hohenems sei mit ihrer Ruhe und Distanz zum Krieg ein sehr geeigneter Ort, um darüber zu reden, sagte sie beispielsweise bei ihrer ersten Pressekonferenz in Hohenems. Sie habe die Absicht, im Museum die „Geschichte von Emotionen“ zu thematisieren, denn die aktuellen Debatten seien davon geprägt, „dass wir alle so aufgeregt sind“.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft jüdischen Lebens zu beleuchten, zählt schließlich nicht nur zu den Kernaufgaben eines jeden jüdischen Museums, sondern auch zu den Forschungsschwerpunkten des Internationalen Leo Baeck Instituts (LBI) in Jerusalem, dessen Leitung Aue-Ben-David seit 2015 innehat(te). Als eines ihrer Herzensprojekte nennt sie die „Library of Lost Books“. Ausgangspunkt dieser weltumspannenden Suche nach von den Nazis geplünderten jüdischen Bibliotheken und gestohlenen Büchern ist die 1872 gegründete und 1942 von den Nazis devastierte Bibliothek der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. Es war eine der weltweit größten und wichtigsten jüdischen Bibliotheken und zudem die erste Hochschule, an der Judaistik studiert werden konnte. An die sechzigtausend Bände besaß die Bibliothek vor dem nationalsozialistischen Wüten. Nur mehr ein Bruchteil davon konnte seither auf Dachböden, in Kellern, auf Flohmärkten und bei Altwarenhändlern aufgestöbert und in einer globalen Datenbank zugänglich gemacht werden. Zu den Raubopfern zählte unter vielen anderen auch das Gelehrtenpaar Michael und Emmy Schnabel, das am Jüdischen Friedhof von Hohenems beerdigt ist, also am Friedhof jener Stadt, in der Aue-Ben-David künftig wirken wird.

Dass sich auffallend viele junge Menschen an der vom LBI initiierten Buch-Suche beteiligen, lässt sich wohl auch damit erklären, dass Aue-Ben-David mithilfe sozialer Medien das LBI auch interessierten Laien zugänglich gemacht hat, um ihnen die liberalen Werte und Erfahrungen des deutschsprachigen Judentums näherzubringen. Schließlich ist sie zutiefst davon überzeugt, dass Reflexionen über die deutsch-jüdische Vergangenheit nicht nur rückwärtsgewandt sein sollen, sondern als Auftrag für die Zukunft verstanden werden müssen.

Am 28. November 2023, also nur wenige Wochen nach dem furchtbaren Massaker, das palästinensische Hamas-Terroristen in Südisrael verübt hatten, stellte Aue-Ben-David gemeinsam mit Kinga Bloch vom Leo Baeck Institut London sowie der Kuratorin Bettina Farrack ihr gemeinsames Buch-Such-Programm sowie die Online-Ausstellung in Berlin vor. Sie hätte lange geschwankt, ob diese Veranstaltung nach dem 7. Oktober überhaupt stattfinden sollte, habe sich dann aber gerade angesichts des verbreiteten und weltweit rasant anwachsenden Judenhasses gefragt, ob und wann es denn überhaupt eine bessere Zeit dafür gäbe.

Ende einer Geschichtsepoche

Benannt ist die Leo Baeck Forschungs- und Dokumentationseinrichtung mit drei Teilinstituten in Jerusalem, London und New York City sowie einer Zweigstelle in Berlin übrigens nach dem aus Polen stammenden Rabbiner Leo Baeck (1873–1956). Er verbrachte Kindheit und Jugend in seiner – überwiegend deutschsprachigen – Geburtsstadt Lissa, besuchte in Breslau das Rabbiner-Seminar und studierte gleichzeitig an der Universität Philosophie, ehe er an Berlins liberale Hochschule für die Wissenschaft des Judentums wechselte, 1895 seine erste Rabbinerstelle antrat und 1905 „Das Wesen des Judentums“, sein Hauptwerk, publizierte. 1943 wurde Baeck nach Theresienstadt deportiert und engagierte sich an diesem todbringenden Ort nicht nur für jüdische, sondern auch für katholische Häftlinge. Sein aufrichtiges Bemühen, mit Leuten auszukommen, die gegensätzliche Meinungen vertraten, ja, seinen Ansichten mitunter äußerst kritisch gegenüberstanden, machte den Holocaust-Überlebenden zu einem der wichtigsten Repräsentanten des liberalen Judentums.
Nach dem Krieg kehrte Baeck Deutschland den Rücken, denn: „Für uns Juden in Deutschland ist eine Geschichtsepoche zu Ende gegangen. Eine solche geht zu Ende, wenn immer eine Hoffnung, ein Glaube, eine Zuversicht endgültig zu Grabe getragen werden muss. Unser Glaube war es, dass deutscher und jüdischer Geist auf deutschem Boden sich treffen und durch ihre Vermählung zum Segen werden könnten. Dies war eine Illusion – die Epoche der Juden in Deutschland ist ein für alle Mal vorbei.“ Er wanderte nach London aus, übernahm eine Professur am Hebrew Union College in Cincinnati und gründete 1947 in Jerusalem das später nach ihm benannte Institut zur Erforschung des Judentums in Deutschland seit der Aufklärung. An der New Yorker Leo Baeck Institutsgründung war unter anderem auch die deutsch-jüdische Historikerin und Judaistin Selma Stern (1890–1981) beteiligt. Diese beeindruckende Persönlichkeit wiederum erforschte Aue-Ben-David für ihre Dissertation an der Georg-August-Universität Göttingen.

Liebe zu Israel

Für ihre dissertationsbedingten Recherchen reiste die 1972 in Hildesheim geborene Wissenschaftlerin erstmals nach Jerusalem. Tauchte ein in die Welt jüdischer Geschichte. Blieb aus Liebe zur israelischen Gesellschaft und Kultur. Gründete eine Familie. Wurde wissenschaftliche Freiberuflerin, Projektleiterin und Kuratorin. Absolvierte erste berufliche Stationen am Franz Rosenzweig Minerva Research Center an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie am Van Leer Jerusalem Institute, wo sie an großen Forschungsprojekten beteiligt war, ehe sie schließlich 2015 die LBI-Leitung übernahm.

Im April 1991, also 44 Jahre nach der Gründung des LBI, wurde in Vorarlberg in der von der Fabrikantenfamilie Heimann-Rosenthal in Hohenems erbauten Villa das Jüdische Museum eröffnet. Es sollte die Traditionen der landjüdischen Gemeinde Hohenems dokumentieren, Europas jüdische Gegenwart beleuchten, die Diaspora thematisieren, Israels Überlebensstrategien analysieren, Fragen jüdischer Zukunft aufwerfen.

„Judenfreie Stadt“

Noch bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Hohenems eine rege und kontinuierlich wachsende jüdische Gemeinde. Doch nach der Liberalisierung durch das Staatsgrundgesetz von 1867 wanderten viele jüdische Familien ab. 1935 war die einst so starke und stolze Gemeinde auf 35 Personen geschrumpft. Wer nicht rechtzeitig fliehen konnte, wurde von den Nazis deportiert, gequält, getötet. Nach Kriegsende kehrte jedenfalls kein einziger Jude, keine Jüdin zurück nach Hohenems. Erst im Jahr 1998 kamen auf Initiative des JMH erstmals 160 Überlebende sowie Nachkommen getöteter und vertriebener Juden in Hohenems zusammen – das nächste Nachkommen-Treffen ist bereits geplant. Mit der Ernennung von Irene Aue-Ben-David beginne für das Jüdische Museum Hohenems ein neues Kapitel, lobte die „Jüdische Allgemeine“ die internationale Erfahrung der neuen Direktorin: „Unter ihrer Leitung soll die Verbindung von fundierter Forschung, internationalem Austausch und zeitgemäßer Vermittlung jüdischer Geschichte weiter gestärkt werden – ein Schritt, der die Rolle des Hauses als kulturelles und historisches Zentrum in der Region weiter festigen soll.“

Irene Aue-Ben-David bezeichnete Jerusalem einmal als das befruchtende Umfeld für das Leo Baeck Institut, die Stadt sei „Anregung, Überforderung und Aufgabe“. Wird spannend, ob die JMH-Direktorin über Hohenems einmal sagen wird, was die städtische Homepage so liebevoll verspricht: dass Hohenems eine „kleine Weltstadt mit Gefühl, Herz und Verstand“ ist.

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Andrea Schurian

Andrea Schurian

Andrea Schurian ist Autorin einer ständigen Kolumne in der Tageszeitung Die Presse. Die ehemalige ORF Journalistin und Moderatorin leitete mehr als neun Jahre lang das Kulturressort in der Tageszeitung Der Standard. Sie studierte Publizistik und Politikwissenschaften.

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