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Home Kultur

Der Direktorinnen-Porsche

Rainer Nowak von Rainer Nowak
13. April 2026
in Kultur
Der Direktorinnen-Porsche

„Ich möchte, dass auch andere erleben können, was mich an Kunst berührt.“ ©Klaus Pichler/Heidi Horten Collection

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Verena Kaspar-Eisert hat die Heidi Horten Collection von Agnes Husslein übernommen. Sie geht in der ersten Soloausstellung im Haus mit der Künstlerin und Philosophin Elisabeth von Samsonow an den Start. Und mit einem Porsche aus Beton.

Von Rainer Nowak

Der Direktorinnenparkplatz. Hat vermutlich jedes Museum. Ein paar Quadratmeter Asphalt, ein kleines Schild, eine stille Ansage: Hier parkt die/der Chef/Chefin. In der Heidi Horten Collection, dort, wo im Innenhof bis heute „diese Parkplatzsituation“ auffällt und „immer noch Autos im Innenhof“ stehen, wird dieser Platz nun zur Bühne. Verena Kaspar-Eisert, seit drei Monaten Direktorin, braucht ihn nicht als eigenen Parkplatz. „Nein, ich komme zu Fuß ins Büro“, sagt sie trocken – und macht aus der Abwesenheit eines Statussymbols Programm. Dort, „direkt vor dem Eingang links“, wo der „sogenannte Direktorinnenparkplatz“ liegt, soll bald ein anderer Wagen stehen: ein 911er, allerdings nicht als glänzende Verheißung von Geschwindigkeit, sondern als Monument der Übersetzung. „Das erste Projekt ist dieser Betonporsche von Gottfried Bechtold.“

Die Pointe sitzt schon in der Materialwahl: Der Porsche, normalerweise Inbegriff von Mobilität und Qualität, ist 16 Tonnen schwer. „Das mussten wir statisch prüfen lassen“, sagt Kaspar-Eisert, fast so, als müsste man es sich selbst noch einmal vor Augen führen, was da auf den Hof zukommt. Bechtolds Arbeit, 1971 erstmals realisiert, ist „so eine ikonische Arbeit“, ein Fahrzeug als Behauptung – aber eben als Betonobjekt, das alles umkehrt. Kaspar-Eisert beschreibt das Bild, wie man es künftig in der Innenstadt vorfinden wird: ein Auto, das nicht mehr weg kann, „weil es so schwer und behauptend und stark dasteht“. Dass sie ausgerechnet mit dieser Arbeit beginnt, ist kein Zufall, sondern Biografie. „Ich kenne sein Werk eingehend, da ich vor über 20 Jahren einen Großteil meiner Diplomarbeit darüber geschrieben habe.“ Sie setzt nicht einfach eine Skulptur vor die Tür, sondern hat eine Idee lange mit sich herumgetragen – und nun an der richtigen Stelle platziert.

Kaspar-Eisert übernimmt aber nicht mit dem Gestus des radikalen Bruchs, sondern steigt dort ein, wo schon eine Dramaturgie und ein Programm festlagen – und in die Sammlung, aber auch zur Person Heidi Horten führen. Animalia – so der Titel der Frühjahrsausstellung – sei „ein wunderbares Thema“, sagt sie, und spricht nicht abstrakt über Ikonografie, sondern gleich über das, was in Sammlungen oft unterschätzt wird: Vorlieben, Lebenswelt, private Fixsterne. „Für Heidi Horten waren Tiere ein wichtiges Thema.“ In der Kunst wird dieses Tierische dann zur Projektionsfläche: „für Gefühle, für Sehnsüchte, aber auch das Tier als Ressource.“

Und dann ist da die „Überraschung“: die erste große Solo-Ausstellung der Heidi Horten Collection. Kaspar-Eisert erzählt von einer Künstlerin, die man kennt – und doch zu selten wirklich sieht. „Elisabeth von Samsonow, deren künstlerisches Werk in diesem Umfang noch nie gezeigt wurde.“ Für Kaspar-Eisert ist es eine „doppelte Premiere: weil es auch in der Heidi Horten Collection die erste Soloausstellung ist.“ Samsonow erscheint in ihrer Beschreibung nicht nur als Position, sondern als Figur: „Sie lebt in Wien und in Hadres im Weinviertel und war 30 Jahre lang Professorin an der Akademie, ursprünglich für sakrale Kunst, später Kunstanthropologie.“ Kaspar-Eisert formuliert respektvoll, ohne pathetisch zu werden: „Sie ist eine große Denkerin, eine außergewöhnlich kluge Persönlichkeit. Als studierte Theologin und Philosophin hat sie umfangreich publiziert. Die Ausstellung wird zugleich spielerisch und von spürbarer Lust am Denken geprägt sein.“ Und dann wird sie konkret, auf eine Art, die in Museen immer noch überraschend ist: „Man wird auch Skulpturen angreifen, ankleiden oder auch entkleiden können.“ Dann eine kleine Hymne auf analoge Vermittlung: „Wenn ich ins Museum gehe, dann bin ich präsent“, sagt sie. „Dann schaue ich mir das an.“ Beinahe wie eine Erinnerung daran, was Erfahrung ausmacht, zählt sie auf: „Da ist Luft, da sind Menschen, da sind Geräusche und vor allem die Werke im Original und ohne digitalen Filter.“ Und deutlich: „Ich will nicht, dass alles nur noch über das Handy passiert.“ Nicht Nostalgie, sondern eine kuratorische Entscheidung. Dass Samsonow in der Heidi Horten Collection nicht als Solitär steht, sondern mit der Sammlung verschränkt werden soll, passt dazu. „Elisabeth von Samsonow wird auch Werke aus der Sammlung in die Ausstellung nehmen.“ Kaspar-Eisert nennt als Beispiel Samsonows Nähe zu Egon Schiele: „Sie ist eine renommierte Schiele-Forscherin. Die Ausstellung soll Überschneidungen schaffen, die Exponate mit der Sammlung verweben.“ Dieses Verb meint wohl Dialog, Reibung, Durchdringung.

Natürlich weiß sie, dass ein Museum auch Erwartungen bedienen muss. Und sie will das gar nicht bestreiten. „Im Herbst zeige ich Werke von Andy Warhol in einer kleinen Sonderausstellung.“ Auch das ist für sie nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern ein demokratisches Argument: „Viele junge Besucherinnen und Besucher begegnen Andy Warhol zum ersten Mal.“ Genau darin sieht Kaspar-Eisert eine Chance – und zugleich eine Herausforderung: „Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass kulturelles Wissen einfach weitergegeben wird. Jede Generation muss es neu entdecken.“

Zwischen Warhol und Samsonow liegt Kaspar-Eiserts eigentliche Ambition: nicht nur zeigen, was ohnehin überall gezeigt wird, sondern der Kunstgeschichte etwas hinzufügen. Sie formuliert es als Wunsch, der auch Mut verlangt: „Wenn ich nicht nur etwas zeige, das überall schon gezeigt wurde und komplett kanonisiert ist, sondern wenn man auch etwas beitragen kann.“ Gerade weil Heidi Horten Collection ein Privatmuseum ist, sieht sie Spielräume: „Wir können uns auch etwas trauen.“ Das glaubt man ihr. Auf die naheliegende Frage, ob das künftig ein feministisches Programm werde, reagiert Kaspar-Eisert nicht ausweichend, sondern sachlich. „Ich will ein gesellschaftlich relevantes Programm machen.“ Weibliche Positionen spielten für sie sicher eine große Rolle, aber nicht als Etikett, sondern als Selbstverständlichkeit. Klingt wie immer bei der Voralbergerin trocken, nüchtern.

Auch wenn das Gespräch zwischendurch ins Politische kippt – hinein in die erstaunliche Ruhe der Kunstwelt beim Thema USA und Trump –, bleibt Kaspar-Eisert in der Analyse bei Strukturen. „Dadurch, dass der Kunstmarkt mit den USA so verflochten ist, ist die Situation etwas anders gelagert als mit Russland oder mit dem Iran.“ Sie vermutet keine ideologische Gleichgültigkeit, sondern Abhängigkeiten.

Dass Kaspar-Eisert bei solchen Themen nicht theoretisch bleibt, zeigt eine biografische Passage, die fast nebenbei auftaucht und dann hängen bleibt. Auf die Frage nach einem Konnex zum jüdischen Wien sagt sie: „Ja, mein Ex-Mann, Johannes Eisert, stammt aus einer jüdischen Familie, sein Urgroßvater war Hans Przibram.“ Sie spricht vom Vivarium im Prater, von wissenschaftlicher Pionierarbeit – und von der Gewaltgeschichte, die Wien allzu oft in Nebensätzen ablegt. Familienmitglieder wurden verfolgt, enteignet, ermordet. Die beiden Palais an der Ringstraße: beschlagnahmt. Das Vivarium: genommen. Ein ganzes Lebenswerk ausgelöscht. 2015 ist in der Akademie der Wissenschaften seine Büste aus dem Keller geholt und wieder aufgestellt worden. Kaspar-Eisert staunt: „Unbegreiflich, wie lange das gedauert hat.“

In diesem Zusammenhang wirkt auch ihre Haltung zur Provenienzforschung nicht wie ein Pflichtsatz, sondern wie eine Konsequenz. Auf die Frage, ob das in der Heidi Horten Collection ein Thema sei, stellt sie klar: „Die Stiftung betreibt seit Jahren Provenienzforschung.“ Und dann, ohne jede Dramatisierung: „Für mich ist klar, dass Provenienzforschung Teil der musealen Arbeit ist, und die Stiftung sieht das genauso.“ Bleibt die Frage, wie es sich anfühlt, ein Privatmuseum zu leiten – angenehmer als ein Bundesbetrieb? Kaspar-Eisert weigert sich, die schnelle Pointe zu liefern. „Das kann ich noch nicht beurteilen, ich bin jetzt seit drei Monaten da.“ Ja, sie sei nicht unmittelbar von Einsparungen betroffen wie andere Häuser, aber: „Wir sind ja kein großes Haus.“ Ein Inserat, eine Plakatierung – das stehe im Verhältnis, und irgendwann fällt eine Zahl, die den Maßstab markiert: „Wir haben etwa 115.000 Besucherinnen und Besucher, andere Museen in Wien haben ein oder zwei Millionen pro Jahr.“ Weniger Mitarbeitende, kleinere Maschine, weniger Wucht – aber vielleicht mehr Beweglichkeit.

Am Ende wirkt Kaspar-Eisert ohnehin nicht wie jemand, der den Museumsbetrieb nach Trägerschaften sortiert. Sie sagt einen Satz, der das Private und das Öffentliche elegant überbrückt: „Ich möchte, dass auch andere erleben können, was mich an Kunst berührt.“ Wenn in ein paar Wochen ein 16-Tonnen-Porsche aus Beton vor dem Eingang steht, wird man wissen: Die Direktorin ist angekommen.

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Der globalisierte Mythos der Islamophobie und die ewige Opferrolle

Rainer Nowak

Rainer Nowak

Rainer Nowak ist Journalist und war von 2012 bis 2022 Chefredakteur und von 2014 bis 2022 Herausgeber der Tageszeitung Die Presse.

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