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Home Kultur

Die Arik Brauer Villa. Ein Gesamtkunstwerk

Danielle Spera von Danielle Spera
31. Mai 2026
in Kultur
Die Arik Brauer Villa. Ein Gesamtkunstwerk

Neben dem Museum ist jetzt auch die Villa von Arik Brauer für kleine Gruppen öffentlich zugänglich. Das Buch Die Arik Brauer Villa. Ein Gesamtkunstwerk ist bei Brandstätter erschienen und kostet 50 Euro. ©Danielle Spera

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Der im Jänner 2021 verstorbene Arik Brauer war einer der großen österreichischen Künstler – und nicht nur das: Er war ein Universalkünstler. Dies ist am allerbesten in seinem Wohnhaus nachzuvollziehen.

von Danielle Spera

Die Villa des Ehepaares Arik und Naomi Brauer ist definitiv ein Gesamtkunstwerk. Schon an der Außenfassade gibt es einen Einblick in die Arbeit des Ausnahmekünstlers. Alle Künste, die Arik Brauer (1929–2021) perfekt beherrschte, sind auf einem überdimensionalen Kunstwerk aus bemalten Fliesen an der Außenmauer zu bewundern. Auch der Garten ist nicht nur außergewöhnlich gepflegt, sondern verzaubert durch Keramiken und Skulpturen, die der Künstler im Lauf der letzten Jahrzehnte gestaltet hat. Arik Brauer hat die prachtvolle Villa, die 1884 im Auftrag des Lithografen und Buchdruckers Karl Angerer vom Architekten Carl von Borkowski gebaut wurde, Anfang der 1970er-Jahre, als die Familie durch drei Töchter gewachsen war, gekauft und umgebaut. Die ehemalige Hausmeisterwohnung wurde zum Schwimmbad, Verglasungen boten mehr Licht für den Künstler.

Tochter Timna Brauer wuchs gemeinsam mit ihren Eltern und Schwestern hier auf und erfüllte eine letzte Bitte ihres Vaters: Er wünschte sich einen neuen und aktuellen Katalog zu seinem Museum. Daraus wurde ein großer Kunstband, auch über seine Villa in der Colloredogasse, da mit diesem Gebäude ein Großteil seines Werks verbunden ist. Und es wurde ein sehr persönliches Buch, da Timna Brauer darin einige der unendlich vielen Erinnerungen an ihren Vater mit den Leserinnen und Lesern teilt. Das Buch präsentiert auch sämtliche Kunstwerke, die sich im Areal der Villa befinden. „Dieses Buch stellt auch den Auftakt dafür dar, dass ich das Haus meiner Eltern für die Öffentlichkeit zugänglich mache. In den vergangenen Monaten habe ich das Haus adaptiert. Besucherinnen und Besucher können neben unserem Museum nun die Wohnbereiche besichtigen. Das ist auch deshalb spannend, weil mein Vater alle Räume künstlerisch ausgestaltet hat, bis hin zur Küche oder zur Toilette, wo er die Fliesen bemalt hat. Auch die Möbel hat er entweder selbst gebaut oder bestehende Möbel umgestaltet.“

Die Villa diente Arik Brauer auch als Atelier und Werkstatt. Hier hat er bis einen Tag vor seinem Tod noch gemalt. Auch dieser besonders interessante Bereich des Hauses wird nun zugänglich sein. Im Salon empfingen Naomi und Arik Brauer oft und gerne Gäste. Timna Brauer erzählt: „Obwohl mein Vater aus einfachen Verhältnissen kam und meine israelische Mutter aus einem jüdisch-jemenitischen Elendsviertel im Süden von Tel Aviv stammte, führten sie nahtlos die kulturelle Tradition der großbürgerlichen Gesellschaft dieser Herrschaftshäuser weiter.“

In dem neuen Buch geht es aber um viel mehr als um die Architektur des Hauses Colloredogasse 30. Das Buch führt durch das facettenreiche Leben von Arik Brauer – und selbst wenn man glaubt, bereits vieles über den Künstler zu wissen, bietet es viele neue Einblicke und zeigt Bilder, Skizzen oder Fotos, die bisher noch nie zu sehen waren. Vor allem sind darunter viele Zeichnungen, die Arik Brauer als Kind entworfen hat und die sein von klein auf enormes Talent darlegen. Im Buch werden auch die Jahre an der Akademie und sein Frühwerk ausführlich behandelt. Der Weg zu seinem unverwechselbaren Stil lässt sich so gut nachvollziehen und führt zu den wunderbaren Werken, die im Arik Brauer Museum zu sehen sind.

Auch Brauers Modell für „Luna Luna“ von André Heller wird vorgestellt, wie auch zahlreiche seiner Skulpturen, die einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Zeichnungen, Lithografien und Karikaturen, die noch nie ausgestellt waren, runden das Bild ab. Last but not least darf ein Überblick über sein musikalisches Werk nicht fehlen. Am Schluss kann man die Familienfeste und den Alltag von Arik und Naomi Brauer anhand von ausgewählten Fotos nachvollziehen. „Die Familienfeste waren nicht nur mit kulinarischen Genüssen, Gesängen und ausgelassener Stimmung verbunden, sondern auch mit diesem wunderbaren Ort in der Villa, und sie werden uns immer in Erinnerung bleiben“, sagt Timna Brauer. Als Leserin kann man Timna Brauer dafür dankbar sein, dass sie dieses Buch so liebevoll gestaltet hat und damit nicht nur ihren Eltern ein publizistisches Denkmal gesetzt hat, sondern auch einen frischen und anregenden Blick auf das Leben von Arik Brauer ermöglicht.

Die Arik Brauer Villa: Ein Gesamtkunstwerk. Das künstlerische Lebenswerk des Phantastischen Realisten Arik Brauer – mit einzigartigen Bildern aus Villa, Atelier & Skulpturenpark
€ 50,00 / 288 Seiten. Brandstätter Verlag, Wien 2026

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„Meine Heimatstadt Braunau“

Danielle Spera

Danielle Spera

Danielle Spera ist NU-Herausgeberin und Geschäftsführerin von KMJ – Kultur.Medien.Judentum. Sie leitete bis Juli 2022 das Jüdische Museum Wien und war davor langjährige ORF-Journalistin und Moderatorin.

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