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Zwischen Resilienz und Aufbruch: Positive Entwicklungen in der jüdischen Welt

Danielle Spera von Danielle Spera
3. Mai 2026
in Dossier, Good News for the Jews
Zwischen Resilienz und Aufbruch: Positive Entwicklungen in der jüdischen Welt

Resilienz und Krisenfestigkeit zeichnen die israelische Gesellschaft aus. ©Ouriel Morgensztern

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Antisemitismus, Krieg und politische Spannungen prägen seit Jahren die Schlagzeilen. Umso bemerkenswerter ist, dass sich parallel dazu in vielen Bereichen jüdischen Lebens eine gegenteilige Bewegung beobachten lässt.

von Danielle Spera

Mehr kulturelle Sichtbarkeit, neues religiöses und gesellschaftliches Engagement, wachsende Bildungsangebote und eine anhaltend starke Innovationskraft Israels erzählen eine Geschichte von Resilienz, Selbstbehauptung und Erneuerung. In Europa ist in den vergangenen Jahren an vielen Orten eine vorsichtige, aber deutlich erkennbare Renaissance jüdischen Lebens zu beobachten. In Städten wie Berlin, Warschau, Budapest und Wien wächst das Gemeindeleben: Neue Kulturzentren, Schulen und religiöse Einrichtungen entstehen, und gerade jüngere Menschen setzen sich wieder stärker mit jüdischer Identität, Tradition und Geschichte auseinander. Diese Entwicklung ist nicht selbstverständlich. Sie ist vielmehr Ausdruck eines Bedürfnisses nach Zugehörigkeit, nach Kontinuität und nach einer sichtbaren jüdischen Präsenz im öffentlichen Raum.

Parallel dazu erlebt jüdische Kultur weltweit eine neue Aufmerksamkeit. Literatur, Film, Serien, Musik und Festivals mit jüdischen Themen erreichen längst nicht mehr nur ein innerjüdisches Publikum. Das Interesse bei nichtjüdischen Besucherinnen und Besuchern wächst – so zählt z. B. das Jüdische Museum Berlin zu den Top-Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt. Diese Tendenz deutet auf eine größere Offenheit hin und zeigt, dass jüdische Themen nicht nur unter dem Zeichen von Verfolgung und Erinnerung wahrgenommen werden, sondern auch als lebendiger Teil der Gegenwartskultur.

Besonders sichtbar ist diese Dynamik im Bereich der Bildung. Organisationen wie Chabad-Lubawitsch, aber auch Studierendenprogramme und jüdische Campusinitiativen verzeichnen hohe Teilnehmerzahlen. Besonders unter jungen Menschen ist ein stärkeres Bedürfnis nach Wissen über jüdische Traditionen, Geschichte und Sprache festzustellen. Diese Entwicklung hat auch mit den Erschütterungen der vergangenen Jahre zu tun. Der Anstieg antisemitischer Vorfälle hat vielerorts nicht nur Verunsicherung ausgelöst, sondern auch eine Gegenbewegung: mehr Selbstvergewisserung, mehr gemeinschaftliche Organisation, mehr Bereitschaft, jüdische Identität sichtbar zu leben.

Auch die Wiederentdeckung jüdischer Geschichte gewinnt an Bedeutung. In mehreren europäischen Ländern werden Synagogen, Friedhöfe und ehemalige jüdische Kulturstätten restauriert. Institutionen, die sich mit jüdischer Geschichte beschäftigen, werden erweitert oder neu gedacht. Solche Projekte sind nicht bloß Akte der Denkmalpflege. Sie markieren einen gesellschaftlichen Lernprozess. Jüdische Geschichte wird damit nicht länger nur als Verlustgeschichte erinnert, sondern auch als integraler Bestandteil europäischer Geschichte und Gegenwart wahrnehmbar gemacht.

Hinzu kommen wachsende interreligiöse Kooperationen. In vielen Städten arbeiten Rabbiner gemeinsam mit christlichen und muslimischen Geistlichen an Bildungsprojekten, Dialogformaten und Initiativen gegen Antisemitismus. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, dass Solidarität nicht nur politisch, sondern auch zivilgesellschaftlich organisiert werden kann. Solche Allianzen lösen Konflikte nicht auf, sie schaffen aber Räume für Verständigung und für ein gemeinsames Eintreten gegen Ausgrenzung.

Eine zentrale Rolle spielt weiterhin Israel. Das Land bleibt trotz Krieg, politischer Polarisierung und internationalem Druck ein globales Innovationszentrum. Vor allem in den Bereichen Cybersecurity, Künstliche Intelligenz, Medizintechnik, Wasser- und Agrartechnologie setzen israelische Unternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit Maßstäbe. Tel Aviv behauptet sich als eines der wichtigsten Start-up-Ökosysteme, internationale Technologiekonzerne investieren weiter in Forschung und Entwicklung, und israelische Innovationen finden ihren Weg in Krankenhäuser, Labore und Unternehmen rund um den Globus.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur die wirtschaftliche Widerstandskraft, sondern auch die gesellschaftliche. Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat Israel zwar einerseits überbordende Kritik und Isolation, andererseits aber auch eine außergewöhnliche Welle der Solidarität erlebt. Freiwilligennetzwerke, private Hilfsinitiativen und Unterstützung für Evakuierte, Verwundete und Soldaten haben in einem Ausmaß eingesetzt, das selbst in einem Land mit starker ziviler Mobilisierung herausragt. Diese Form des Zusammenhalts ist zu einem wichtigen Bestandteil der israelischen Gegenwart geworden. Sie zeigt ein Land, das unter massivem Druck steht und dennoch handlungsfähig bleibt.

Gleichzeitig bleibt Israel für viele Jüdinnen und Juden weltweit ein zentraler Bezugspunkt. Die anhaltende Alijah (Einwanderung nach Israel) aus verschiedenen Ländern unterstreicht, dass der jüdische Staat gerade in unsicheren Zeiten für viele als Ort von Schutz, Zugehörigkeit und Zukunft wahrgenommen wird. Das spricht für ein verstärktes jüdisches Selbstbewusstsein, das sich nicht nur religiös oder kulturell, sondern auch politisch und gemeinschaftlich ausdrückt.

Nicht zu übersehen ist schließlich die anhaltend starke Präsenz jüdischer Stimmen in Wissenschaft, Kultur und öffentlicher Debatte. Jüdische Forscherinnen und Forscher, Künstler, Intellektuelle und Unternehmer prägen Diskussionen über Demokratie, Ethik, Technologie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade in Zeiten globaler Verunsicherung wird dieser Beitrag wieder stärker wahrgenommen.

All das bedeutet nicht, dass die Krisen kleiner geworden wären. Antisemitismus, Krieg und politische Spannungen bleiben Realität. Aber daneben wächst eine andere Wirklichkeit: jüdisches Leben, das sich behauptet, jüdische Kultur, die sichtbar bleibt, und Institutionen, die nicht nur reagieren, sondern gestalten. In einer Zeit, in der der Blick oft auf Bedrohung und Bruch gerichtet ist, verdienen auch diese Entwicklungen Aufmerksamkeit. Sie erzählen von Resilienz, von Kontinuität und von einer bemerkenswerten Fähigkeit zur Erneuerung.

Frei inspiriert nach dem Zitat der legendären israelischen Politikerin Golda Meir hat unsere Redaktion 18 aktuelle „Good News for the Jews“ zusammengefasst.

Keine israelische Geisel

Erstmals seit 2014 befinden sich keine israelischen Geiseln mehr in den Händen der Hamas. Am 26. Januar 2026 wurde die Leiche von Ran Gvili von der israelischen Armee im Gazastreifen geborgen. Der 24-jährige Polizist Gvili hatte am Tag des Hamas-Überfalls trotz gebrochener Schulter seinen Schutzraum verlassen, um gegen die Angreifer zu kämpfen und Menschen zu retten. Er wurde getötet, seine Leiche wurde in den Gazastreifen verschleppt. Am 13. Oktober 2025 wurden die letzten 20 noch lebenden Geiseln nach über zwei Jahren Gefangenschaft aufgrund des von den USA erreichten Abkommens von der Hamas freigelassen.

Mehr Bewegungsfreiheit für Züricher Juden

Im Jänner 2026 wurde in Zürich der erste großflächige Eruv der Schweiz eröffnet. Er verbindet mehrere Quartiere und ist 18 km lang. Ein großer Teil des Verlaufs nutzt bestehende Strukturen wie Straßenbahnleitungen, Mauern oder Zäune. Ergänzt wird er punktuell durch schlichte Pfosten und dünne Schnüre. Sie sind im Stadtbild kaum sichtbar. Die Finanzierung erfolgte vollständig durch die jüdische Gemeinschaft und private Spenden. Ein Eruv ermöglicht orthodoxen Juden mehr Bewegungsfreiheit am Shabbat, z. B. mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs zu sein sowie alltägliche Gegenstände mitzunehmen.

2000 Jahre alte Mikwe gefunden

Anfang Jänner 2026 haben Archäologen bei Ausgrabungen unter dem Platz der Klagemauer in Jerusalem eine etwa 2000 Jahre alte Mikwe (jüdisches Ritualbad) entdeckt. Die Mikwe stammt aus der Zeit des Zweiten Tempels und wurde in der Endphase, kurz vor der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr., genutzt. Die Mikwe soll erhalten und in den neuen Aufzugskomplex integriert werden, der derzeit an der Klagemauer gebaut wird. Dieser Fund ist eine der jüngsten Entdeckungen in diesem archäologisch intensiv erforschten Gebiet, die Einblicke in die Zeit kurz vor der Zerstörung des Tempels gewährt.

Syrien gibt jüdisches Erbe zurück

Nach dem Machtwechsel in Syrien hat die Übergangsregierung der Jewish Heritage in Syria Foundation die offizielle Genehmigung erteilt, beschlagnahmte jüdische Immobilien, darunter Synagogen, zu restaurieren und zu verwalten. Das vorrangige Ziel der Stiftung ist die Restaurierung der historischen Eliyahu-Hanavi-Synagoge im Damaszener Vorort Jobar, die im Bürgerkrieg schwer beschädigt wurde. Die Al-Franj-Synagoge im jüdischen Viertel von Damaskus soll Teil des Programms zur Wiederbelebung sein. Synagogen und Privathäuser, die unter dem Assad-Regime (1971–2024) eingezogen wurden, sollen restituiert werden. Die Restaurierung zielt darauf ab, das Erbe zu sichern und möglicherweise emigrierte syrische Juden zur Rückkehr zu ermutigen.

KI erleichtert jüdisches Leben

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend genutzt, um den Alltag orthodoxer Jüdinnen und Juden zu erleichtern. KI-Tools helfen dabei, rabbinische Literatur zu durchsuchen, Abkürzungen zu entschlüsseln, Zitate zuzuordnen, hebräische Texte zu vokalisieren und bieten personalisierte, interaktive Lernerfahrungen. Technologiefilter sorgen dafür, dass Smartphones und Computer nur zugelassene Inhalte anzeigen, um die Einhaltung religiöser Prinzipien im Internet zu gewährleisten. Neue technologische Entwicklungen wie spezielle Rollstühle, Aufzüge oder Sprachsysteme ermöglichen die Nutzung von Technik am Shabbat, ohne gegen die Arbeitsverbote zu verstoßen. KI wird eingesetzt, um vom Aussterben bedrohte jüdische Sprachen wie Ladino durch Chatbots und Online-Kurse zu bewahren.

Der Photo Booth ist 100

Der Fotoautomat (Photo Booth) wurde vor 100 Jahren von Anatol Josepho (geboren 1894 n Tomsk, Sibirien, in eine jüdische Familie als Anatolij Markowitsch Josepowitsch) erfunden. Nach Stationen in Berlin, Budapest und Shanghai kam Josepho in die USA. Dort patentierte er 1925 den ersten funktionierenden, vollautomatischen Fotoautomaten, den er „Photomaton“ nannte. Ende 1925 wurde der erste „Photomaton“ am Broadway in New York City aufgestellt. Für 25 Cent konnten Nutzer in wenigen Minuten einen Streifen mit acht Fotos erhalten. Die Maschine wurde ein riesiger Erfolg, und Josepho verkaufte die Rechte an seiner Erfindung 1927 für eine Million Dollar.

Frühdiagnose bei Morbus Crohn

Israel gilt als ein führendes Land in der Forschung zu entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn. Aktuelle Entwicklungen konzentrieren sich auf neue Therapiemethoden ohne Immunsuppression, frühzeitige Diagnosemöglichkeiten und Genetik. Forscher des Soroka Medical Center präsentierten Ende 2025 vielversprechende Ergebnisse für eine neue Behandlung, die das Immunsystem nicht unterdrückt. Israelische Forscher haben Technologien entwickelt, um Schübe vorherzusehen, noch bevor Symptome auftreten. Weiters wurden in Israel neue Methoden zur Gentherapie und zur bakteriellen Ursachenforschung bei Morbus Crohn erfolgreich getestet.

Zugang zum Weltraum

Im Jänner 2026 hat die israelische Regierung die Gründung eines National Space Lab angekündigt, um die Raumfahrtforschung und -entwicklung im eigenen Land zu beschleunigen. Startups und Forschern soll ein einfacherer Zugang zum Weltraum ermöglicht werden. Damit sollen die hohen Hürden für Weltraumexperimente und Satellitentechnologie gesenkt werden. Das Labor wird in Mitzpe Ramon (Negev-Wüste) angesiedelt. Die Kosten für Weltraumtests und Starts sollen um mindestens 35 Prozent unter dem Marktniveau liegen. Das Projekt soll die Lücke zwischen der Entwicklung im Labor und dem eigentlichen Einsatz im Weltraum schließen und Israel als globalen Akteur in der Raumfahrttechnologie festigen.

Mehr Ärzte für Israel

In den letzten zwei Jahren sind 1000 Ärzte nach Israel eingewandert. Allein im Jahr 2025 wanderten 541 Ärzte über das Internationale Medizinische Alija-Programm nach Israel ein – über 1000 in den vergangenen zwei Jahren, mitten im Krieg. Die Nationale Konferenz für Ärzte mit Migrationshintergrund in Israel hat sich zum Ziel gesetzt, deren Integration in das israelische Gesundheitssystem zu beschleunigen. Die Ärzte stammen hauptsächlich aus den USA, Frankreich, Großbritannien und Südamerika. Auch für 2026 wird eine größere Einwanderung an Ärzten erwartet.

60 Jahre Israel Museum

Das Israel Museum in Jerusalem begeht sein 60-jähriges Jubiläum. Der Hauptinitiator war Teddy Kollek, der aus Wien stammende langjährige Bürgermeister von Jerusalem. Kollek vertrat die Überzeugung, dass ein moderner Staat neben einer starken Armee und Wirtschaft auch eine herausragende Kulturinstitution benötige. Neben zahlreichen Jubiläumsausstellungen, die während des ganzen Jahres zu sehen sein werden, erhielt das Israel Museum eine bedeutende Schenkung des deutschen Künstlers Anselm Kiefer. Das Werk Die Erdzeitalter, gespendet von einem Unternehmer aus Miami, spiegelt Kiefers Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, jüdischer Mystik und postapokalyptischen Landschaften wider.

Erfolge bei Gehirntumorforschung

Anfang 2026 wurden aus Israel bedeutende Fortschritte bei der Behandlung des aggressiven Glioblastoms und der Bekämpfung von Hirnmetastasen gemeldet. Führende Institutionen wie die Tel Aviv University und das Technion konzentrieren sich auf neuartige Ansätze, die darauf abzielen, Tumore „auszuhungern“ oder die körpereigene Immunabwehr gezielt zu aktivieren. Unter anderem hat eine Studie erstmals entschlüsselt, wie Brustkrebszellen in das Gehirn gelangen und dort überleben. Diese und mehrere andere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass aggressive Hirntumore in Zukunft nicht mehr als unheilbar, sondern als „chronisch behandelbar“ eingestuft werden könnten.

Neue Heimstatt für das Hedy-Lamarr-Archiv

Das Archiv von Hedy Lamarr, das im „Lamarr“ auf der Mariahilfer Straße in einem Museum hätte münden sollen, hat in Wien eine neue Heimstatt erhalten. Das Filmarchiv Austria wird Hedy Lamarr eine Ausstellung, eine Retrospektive ihrer Filme und in Folge eine Dauerrepräsentation im Metro Kino erstellen. Das Archiv umfasst persönliche Korrespondenz, Fotos, Dokumente und Kleidungsstücke, die der Sohn von Hedy Lamarr, Anthony Loder, aufbewahrt hat. Damit wird der Wunsch der Familie nach einer permanenten Erinnerung an die Schauspielerin und Erfinderin der Vorstufe von Bluetooth und GPS in ihrer geliebten Heimatstadt Wien erfüllt.

Alzheimererkennung vor Symptombeginn

Forscher an der Hebräischen Universität Jerusalem haben signifikante Fortschritte im Verständnis der Alzheimer-Krankheit erzielt. Highlights sind die Entdeckung eines Markers, der 20 Jahre vor Symptombeginn auf die Krankheit hinweist, sowie die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze, darunter Moleküle, die Synapsen schützen und den Gedächtnisverlust reduzieren sollen. Weiters wird untersucht, wie Alzheimer auf zellulärer Ebene entsteht. Ein Fokus liegt auf der Analyse von „resilienten“ Gehirnen – also Menschen, die trotz biologischer Alzheimer-Marker keine Symptome zeigen –, um daraus Heilungsansätze zu entwickeln. Ziel ist es, von der reinen Symptombehandlung zur frühen Diagnose überzugehen und die Krankheitsursache zu stoppen.

Künstlerin gestoppt

Südafrika hat seine Teilnahme an der 61. Venedig-Biennale 2026 offiziell abgesagt und wird keinen nationalen Pavillon stellen. Die Künstlerin Gabrielle Goliath und die Kuratorin planten eine Performance-Reihe, die den Gaza-Krieg thematisiert hätte. Der zuständige Minister, Gayton McKenzie, bezeichnete den Beitrag als „hochgradig spaltend“. Er forderte inhaltliche Änderungen an dem Werk, die Goliath jedoch ablehnte. McKenzie warf zudem ein, Südafrika dürfe nicht als „Stellvertreter für geopolitische Botschaften“ fungieren. Die Künstlerin versuchte, ihre Teilnahme gerichtlich einzuklagen, und scheiterte.

Neues KI-Zentrum

Der führende US-Technologiekonzern Nvidia hat seine Investitionen in Israel massiv ausgeweitet und betrachtet das Land als seine strategische zweite Heimat für Forschung und Entwicklung, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Das Unternehmen wird dadurch einer der größten privaten Arbeitgeber in der israelischen Tech-Branche. In Kiryat Tivon nahe Haifa wird ein 1,5 Milliarden US-Dollar teurer Forschungs- und Entwicklungscampus für KI errichtet, der einer der leistungsstärksten im Nahen Osten sein wird. Diese Investitionen unterstreichen Israels Rolle als globales Zentrum für KI-Entwicklung und Chipproduktion.

Erfolge bei Olympia

Mailand/Cortina 2026 war auch eine Bühne jüdischer Sportgeschichte. Israel trat mit neun Athletinnen und Athleten an – so viele wie nie bei Winterspielen. Mit dabei: das Bob-Team, die Szollos-Geschwister und Eiskunstläuferin Mariia Seniuk. Sie schaffte das Finale der Top 24. Im Fokus stand Gold: Jack Hughes wurde im Herren-Eishockey zum Matchwinner und schoss Team USA im Overtime-Finale gegen Kanada zum 2:1 und zum ersten Olympia-Gold seit 46 Jahren. Aerin Frankel war im Frauen-Eishockey der Rückhalt der USA. Drei Shutouts, Gold gegen Kanada – Weltklasse. Emery Lehman holte Silber mit der US-Staffel im Eisschnelllauf. Klare Bilanz: Jüdische Athletinnen und Athleten lieferten in Mailand auf großer Bühne ab.

Hoffnung für Diabetiker

Israel investiert massiv in Forschung für Diabetiker, um die Abhängigkeit von täglichen Spritzen zu beenden und langfristige Heilungsmöglichkeiten für Typ-1- und Typ-2-Diabetes zu schaffen. Die Insulin- und Diabetesforschung in Israel ist weltweit führend und konzentriert sich auf innovative Behandlungsformen. Schlüsselprojekte umfassen orales Insulin, das künstliche Pankreas (Entwicklung einer implantierbaren, „bio-engineerten“ Mikro-Bauchspeicheldrüse, die als Ersatz für das erkrankte Organ dienen soll), stammzellbasierte Heilungsansätze sowie Technologien für schmerzfreie Insulindurchdringung der Haut, die das Diabetesmanagement revolutionieren könnten.

Kraft jüdischen Lebens

Chabad-Lubawitsch gilt als eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten des modernen Judentums. Die Vision des Lubawitscher Rebbes Menachem Mendel Schneerson (1902–1994) war es, jüdisches Leben weltweit zu erneuern und zu stärken. Ausgehend von wenigen Zentren entwickelte sich Chabad zu einem weltweiten Netzwerk an Bethäusern, Schulen und Kindergärten, Gemeindezentren, geleitet von tausenden Emissären (Schluchim genannt) in über 100 Ländern. Durch Bildung, soziale Angebote und offene Begegnung spricht Chabad Juden aller Hintergründe an. Diese Mischung aus tiefer Tradition, Pragmatismus und globaler Präsenz macht Chabad zu einer einzigartigen Kraft jüdischen Lebens.

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Wie New York jüdisches Leben weiterdenkt

Danielle Spera

Danielle Spera

Danielle Spera ist NU-Herausgeberin und Geschäftsführerin von KMJ – Kultur.Medien.Judentum. Sie leitete bis Juli 2022 das Jüdische Museum Wien und war davor langjährige ORF-Journalistin und Moderatorin.

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