Jüdisches Magazin für Politik und Kultur

Das Schicksal setzt den Hobel an

Die österreichische Psychiatrie hat jahrzehntelang ein großes, gesellschaftliches Thema verdrängt. Hunderttausende Täter, Mitläufer und deren Kinder haben den Schrecken des Krieges miterlebt und nicht verarbeitet. Jetzt brechen die Bilder der damaligen Ereignisse nochmals in voller Schärfe über sie herein. Und die Symptome nach diesen ...

Beim Häuten der Zwiebel

Da liegt es, dieses Buch. Mit der aufgeschnittenen Zwiebel auf dem Cover und der fetten Zeile darüber: „Beim Häuten der Zwiebel“. Die Autobiographie eines Mannes, der als Gewissen der Nation und als Praeceptor Germaniae bezeichnet wurde, liegt auf dem Tisch.

Mein Israel

Jüdische Stimmen aus Österreich zu den Schrecken des Krieges im Nahost und zum Kampf gegen die islamistische Bedrohung.

Es gibt „mein Israel“ nicht

Ein nichtreligiöser Mensch, geboren in Wien, gut verankert in der österreichischen Gesellschaft, soll sich zu Israel äußern, nur weil seine Vorfahren vor hundert Jahren im jüdischen Schtetl gelebt haben?

Tel Aviv – ein Déjà-vu

Die vergangenen Tage sind erfüllt von Sorge um die Verwandten und Freunde, und dann kommt eine Schlagzeile, die tiefe Erinnerungen auslöst: „Tel Aviv bereitet sich auf Raketenangriffe vor.“ Ein Déjà-vu.

Mein Israel? Mein Israel!

Wie oft habe ich diese Frage schon gehört: „Ist das noch dein Israel?“ Eine Frage, die keine Antwort erwartet, denn die hat sich der Frager meist längst schon selbst gegeben: „Israel ist nicht mehr das, was es einmal war. Israel ist ein Aggressor, Besetzer, ...

Gepackte Koffer

Das gelobte Land: In Wien, in der jüdischen Jugendorganisation Haschomer Hazair, auf Deutsch „Der junge Wächter“, geht das so: Pfadfinder-Romantik, pseudokommunistisch, jedenfalls aber links, mit Blauhemd im Sommer und im Winter einmal in der Woche sich gegenseitig von Israel erzählen.

Was soll denn mein Israel tun?

Es war nicht immer mein Israel. In den sechziger Jahren solidarisierte ich mich wie viele Linke mit den unterdrückten Völkern der Dritten Welt, und das palästinensische zählte dazu. Wir Linken machten viele Dummheiten, diese zählte zu den größten.

Terrorpaten, Generäle: ins Sterbebett

Seit Shoah und Holocaust, seit Auschwitz und Treblinka, seit Gaskammern und Krematorien ist nichts mehr „normal“, was mit Juden, von Juden, gegen Juden, durch Juden passiert.

Ich bin so wütend und zugleich so traurig

Dies ist kein Kommentar, dazu fehlt mir im Moment die Distanz. Schon gar nicht sind die nächsten Zeilen eine Analyse, zu plump meine Ansicht, dass auf beiden (allen) Seiten kriegsinteressierte Verbrecher ihre kleinen Völker in Geiselhaft genommen haben. Ganz wenige profitieren vom Krieg, sie ...

Unmöglich, Pazifist zu sein

Wer einen Säugling zu Hause hat, der kommt nicht mehr ins Kino. Auch die liebevoll von der besten Freundin vorbeigebrachten DVDs verstauben seit der Geburt des Söhnchens im Regal. Wessen man sich aber nirgendwo entziehen kann, ist die empörend einseitige Berichterstattung über den Nahen ...

Dürften wir in Teheran demonstrieren?

Sympathisches Auftreten, Eloquenz, elegante Zurückhaltung, dafür ist Dwora Stein bekannt. Dass die hohe Gewerkschafterin aus einer jüdischen Familie stammt und ihre Schwestern in Israel leben, wissen nur wenige. Wie hält sie es mit ihrer Herkunft, was denkt sie über die aktuelle Krisenlage?

Wie viel Nazismus und Faschismus (v)erträgt das Europäische Parlament?

Nach der Sommerpause kehrt im Europäischen Parlament wieder business as usual ein. Dazu gehören offenbar auch antisemitische, rassistische und faschistische Verbalausritte, zu denen sich einzelne populistische Abgeordnete immer wieder versteigen. Eine Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil.

Eine ziemlich traurige Illusion

Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, beschreibt im Gespräch mit NU seinen Weg zur jüdischen Identität und zieht einen Vergleich zwischen dem Umgang mit Juden in Deutschland und Österreich. Israel ist für ihn nicht der sichere Hafen, als der das Land von den ...

Hakenkreuze auf dem Christbaum

Die “Hochschule für Welthandel” hat ihre kompromittierende Nazi-Vergangenheit nur schleppend aufgearbeitet – bis heute verhält sich die Forschung zurückhaltend.

Stamford

Im Norden Londons lebt die ultra-orthodoxe Gemeinde von Stamford Hill.

Der Goldzug

Eine Neuerscheinung des Czernin Verlags zeichnet die Geschichte eines Transports nach, der noch kurz vor Zusammenbrechen des NS-Regimes Raubgut nach Deutschland bringen sollte. Nicht nur Nazis, auch die US-Armee machte sich hier die Hände schmutzig.

Singlemarkt

Das Internet hat den jüdischen Heiratsmarkt revolutioniert. Aber was können die zahlreichen Singlebörsen und Singlereisen für Jüdinnen und Juden tatsächlich? NU hat das Angebot getestet.

Geschichte sichtbar gemacht – Paul Sternfeld

geboren 1919 in Wien, 1939 in die USA ausgewandert, war Anfang August zum vierten Mal seit seiner Vertreibung auf Wien-Besuch. Die erste Reise in die alte Heimat 1965 habe noch sehr “gemischte” Gefühle ausgelöst, erzählte Sternfeld im Gespräch mit NU. Heute freue er sich ...

Für eine solche Arbeit braucht man einen guten Magen

Auch in ländlichen Gefilden wagen sich Historiker inzwischen an örtliche NS-Aufarbeitungsversuche heran. Deren Perspektiven liegen zwischen Scheitern und Zittern, zeigt ein Vergleich der Projekte in den beiden Waldviertler Orten Hadersdorf und Droß.

Widerstand an einer Schule

In Wien gibt es eine neue “Ella-Lingens-Schule”. Begeistert über die Namensgebung sind in erster Linie die Lehrerinnen und Lehrer. Von “Meilenstein” bis “schon wieder eine Widerstandskämpferin” reicht das Echo.

Filmkritik: Zorros Bar Mizwa

Der neueste Film der Journalistin und Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann (“Ein flüchtiger Zug nach dem Orient”) begleitet vier zwölfjährige Jugendliche – Sharon, Tom, Moishy und Sophie – bei den Vorbereitungen auf ihre Bar Mizwa bzw. Bat Mizwa.

Die EU hat bei Israel Schlagseite

Sie ist eine starke Frau, die polarisiert, gleichzeitig aber für die ÖVP Erdrutschsiege eingefahren hat, in der EU, aber auch in der Inneren Stadt in Wien. Auch wenn sie jetzt in der Kommunalpolitik aufgeht, gehört ihre Liebe der außenpolitischen Diskussion, vor allem über den ...

Patscherte Verhältnisse

Der Zwiekommentar von Peter Menasse und Erwin Javor

Kann man das Böse kurieren?

So viel ist klar: Der Islamismus und sein Terror haben nichts mit einer Unterdrückung und Ausbeutung der Dritten Welt durch den Westen zu tun, sind nicht Antwort auf ein Bestreben der USA, die arabische Welt zu beherrschen, nicht Reaktion auf die Gründung oder Politik ...

Das Motiv ist und bleibt Judenhass

Seit ich vor kurzem meine Mutter verloren habe, gehe ich ganz gegen meine sonstige Gewohnheit täglich in die Synagoge. Sie wird Tag und Nacht von Schwerbewaffneten geschützt.